Erstellt am 26. Januar 2012, 16:55

Burgenland-Landtag: Schlagabtausch um Serafin-Feier in Hofburg. Ein Geburtstagsfest in der Hofburg, das das Burgenland Mörbisch-Intendant Harald Serafin zu dessen 80. Geburtstag ausgerichtet hatte, hat am Donnerstag für einen Schlagabtausch im Landtag gesorgt.

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Die Freiheitlichen kritisierten, dass die Feier mit öffentlichen Mitteln finanziert worden sei und forderten mittels Dringlichkeitsantrag, die Kosten öffentlich bekanntzugeben. Landeshauptmann Hans Niessl verwies im Gegenzug auf den Werbewert, den die Veranstaltung für das Burgenland gebracht habe.
 
   2012 werde es ein Sparpaket und Leistungskürzungen geben. Die Bürger hätten es ohnehin schon schwer, sich finanziell über Wasser zu halten, so FP-Abgeordnete Ilse Benkö. "Was haben sie sich dabei gedacht, auf Kosten der Burgenländerinnen und Burgenländer die noble Wiener Hofburg anzumieten?", wollte sie von den Verantwortlichen wissen. Um eine "Luxusparty" in der Hofburg zu finanzieren, würde für die Feier Steuergeld "mit beiden Händen" beim Fenster hinausgeschmissen.
 
   Der Intendant sei "ein Mann, der selbstverständlich seine Verdienste hat weit über die Seefestspiele hinaus", meinte Benkö. Man stehe jedoch "keinen Millimeter in der Schuld dieses Herrn Professor Serafin. Seine Intendanz wurde auf vertraglicher Basis fürstlich entlohnt und die Seefestspiele gaben ihm eine große Bühne zur gewinnbringenden Selbstvermarktung bis weit über die Grenzen unseres Landes hinaus." Dafür, eine "wahrscheinlich recht stattliche fünfstellige Summe" für den Geburtstag des Intendanten auszugeben, habe niemand Verständnis. "Sie sind rücksichtlos. Sie stehen am Trog, während viele ihrer Landsleute nicht wissen, wie sie das Heizen ihrer Wohnung zahlen sollen", polterte Benkö in Richtung SPÖ.
 
   "Was sie hier verzapfen, entbehrt ja jeder Grundlage", konterte Landeshauptmann Hans Niessl (S) von der Regierungsbank. Mit dem eingesetzten Steuergeld sei der zehnfache Werbewert für das Burgenland erzielt worden. Sieben Fernsehstationen hätten über die Feier berichtet, argumentierte Niessl. Man müsse Werbung fürs Land machen: "Wer nicht wirbt, stirbt". Und bei dieser Feier sei es in erster Linie um "Werben für das Burgenland" gegangen. "Wir müssen noch mehr Werbung machen, damit wir den Schaden, den sie anrichten, wieder wettmachen", meinte Niessl. Der Kulturbereich erbringe im Burgenland eine jährliche Wertschöpfung von 417 Millionen Euro. "Mörbisch ist hier das Flaggschiff", erklärte der Landeshauptmann.
 
Grüne und Liste Burgenland stellten die Feierlichkeiten ebenfalls infrage. "Ob es den Werbewert wert war, wage ich zu bezweifeln", so der Grünabgeordnete Michel Reimon.