Erstellt am 23. April 2015, 08:40

von APA Red

Frauen und Jugend kämpfen um Stimmen. Bei der burgenländischen Landtagswahl am 31. Mai kämpfen auch viele Frauen und junge Kandidaten um Wählerstimmen.

 |  NOEN, zVg
Die einzige weibliche Spitzenkandidatin auf einer Landesliste stellen die Grünen mit deren Landessprecherin Regina Petrik. Die SPÖ garantiert hingegen einem Jugendlichen ein fixes Mandat. Generell treten aber bei allen Parteien sowohl Frauen als auch junge Kandidaten zur Wahl an.

Volkspartei bei "Jugend"-Definition am "gnädigsten"

Die Sozialdemokraten haben eine Frauenquote von 42 Prozent, worauf man auch stolz sei, sagte Landesgeschäftsführer Robert Hergovich. Landesrätin Verena Dunst ist im Bezirk Güssing auf Platz Eins gereiht. Aus Hergovichs Sicht haben insgesamt acht Frauen eine realistische Chance, in den Landtag einzuziehen; 2010 kam die SPÖ auf 18 Mandate.

Bei den Jugendlichen (bis zum 28. Lebensjahr, Anm.) stehen sechs Personen zur Wahl. "Wir haben in allen Bezirken bis auf Jennersdorf Jugendkandidaten", so der Wahlkampfleiter. Durch das Vorzugsstimmenmandat sei es auch möglich, dass weitere Jugendliche einziehen werden.

Die ÖVP (13 Mandate 2010) ist bei der Definition der Jugendlichen am gnädigsten: 25 Personen unter 35 Jahren stehen zur Wahl und werden als junge Kandidaten bezeichnet. Etwa acht bis zehn Personen spielen um einen Sitz im Landtag mit, meinte Landesgeschäftsführer Christian Sagartz, der auf der Landesliste als erster junger Kandidat - er ist 34 Jahre alt - auf Platz Fünf zu finden ist.

Bei den weiblichen Kandidaten ist Landesrätin Michaela Resetar auf der Landesliste auf Platz Zwei zu finden. "Genau ein Drittel ist auf der Landesliste weiblich", sagte Sagartz, der meint, dass etwa drei bis fünf Kandidatinnen eine realistische Chance auf einen Sitz im Landtag haben.

Grüne Frauenpower: Verhältnis liegt bei 40 zu 37

Die Freiheitlichen haben mit Landesparteiobmann-Stellvertreterin Ilse Benkö die erste weibliche Kandidatin auf der Landesliste auf Platz Zwei gereiht - und kamen 2010 auf drei Mandate. Der Frauenanteil liege laut Wahlkampfleiter Alexander Petschnig bei 25 bis 30 Prozent. Benkö zieht laut dem Klubdirektor fix ein. Wenn es ganz gut laufe, bekommt sie Unterstützung von einer weiblichen Kollegin.

Bei der Jugend (bis 30 Jahren, Anm.) liegt der Prozentsatz mit 20 bis 25 Prozent etwas niedriger. Geza Molnar, einstiger Landesparteisekretär und Klubdirektor, ist noch 30 Jahre alt und kandidiert auf Platz Vier. Er ist Spitzenkandidat in Eisenstadt und hat "eine realistische Chance", wenngleich es aber "keine g'mahte Wies'n für ihn" sei, so Petschnig.

Die Grünen setzen nicht nur mit Petrik auf Platz Eins der Landesliste auf Frauenpower: Das Verhältnis - auf allen Listen - von Frauen zu Männern liegt laut Landesgeschäftsführerin Anita Malli bei 40 zu 37. Ausgehend vom Wahlziel von drei Mandaten (2010 bekamen sie nur eines) haben zwei Frauen eine echte Chance, um in den Landtag einzuziehen.

Die erste Jugendliche ist bei den Grünen die 26-Jährige Maria Racz. In den Landtag wird sie es allerdings nicht schaffen. Aber: "Wir haben uns bemüht, dass wir viele junge Leute auf den Listen haben und haben sie auch", so Malli zufrieden.

"Im Herzen sind wir alle jung" als Motto der NEOS

Das Bündnis Liste Burgenland hat etwa im Bezirk Oberpullendorf auf Platz Zwei mit Claudia Plattensteiner die erste weibliche Kandidatin auf der Liste. Dort ist mit fünf von zehn Kandidaten exakt die Hälfte weiblich. Bei der Jugend sind im Bezirk Oberwart die ersten beiden Plätze an junge Kandidaten vergeben.

Angeführt wird die Liste vom 27-jährigen Bernd Arthofer. "Sollten wir drei Mandate machen, ist schon vorgesehen, dass wir einen Jugendlichen aus dem Südburgenland im Landtag haben", teilte Wahlkampfmanager Martin Klikovits mit - wobei die LBL 2010 haarscharf ein Mandat schaffte. Die Altersgrenze liegt beim Bündnis bei maximal 30 Jahren.

Eine derartige Grenze haben die NEOS nicht. "Im Herzen sind wir alle jung", betonte Regionalwahlkampfleiter Manuel Güll. Mit der 20-jährigen Sophie Pimperl haben die NEOS eine besonders junge Kandidatin. Sie ist auf dem Landeslistenplatz Fünf zu finden. Platz Zwei belegt Susanne Geldner als best gereihte weibliche Kandidatin. Sie habe einen "sehr starken und realistischen Platz", meinte Güll.