Erstellt am 08. Dezember 2010, 00:00

Burgenland-Minister ärgert Kritik der USA. ENTHÜLLUNGEN / Kritik an Österreichs Politik auf der Plattform „Wikileaks“. Verteidigungsminister Darabos fordert Klarstellung.

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Jetzt hat die weltweite Aufregung um die Internet-Plattform „´“ auch die österreichische Innenpolitik erreicht. Auf der Homepage, die mit ihren Enthüllungs-Dokumenten laufend für Diskussionen sorgt, sind in der Vorwoche auch vertrauliche Berichte von US-Botschaftern aufgetaucht, in denen ein wenig schmeichelhaftes Bild heimischer Spitzenpolitiker gezeichnet wird.

Am schärfsten wird Verteidigungsminister Norbert Darabos in den brisanten Dokumenten kritisiert: Er sei nicht nur „uninteressiert an Außen- und internationaler  Sicherheitspolitik“, sondern auch „offen ablehnend gegenüber Plänen, österreichische Truppen auf gefährliche Einsätze ins Ausland zu schicken“. Darabos reagierte zunächst überrascht und verwundert – nur um kurz darauf mit deutlichen Worten eine Klarstellung seitens des US-Botschafters zu fordern. Die Kritik an seiner Person will Darabos so keinesfalls hinnehmen.

Scharfe Reaktion: „Offenbar  ist US-Regierung frustriert“

So heißt es seitens des Verteidigungsministeriums, dass trotz des Sparbudgets auf einem hohen Niveau an internationalen Einsätzen festgehalten werde. Und: Offenbar sei die US-Regierung frustriert, weil Darabos Kritik an den Raketenschildplänen des früheren US-Präsidenten George W. Bush geübt und einen Afghanistan-Einsatz österreichischer Soldaten abgelehnt habe.

Dass sich einzelne US-Diplomaten – wie jetzt auf „Wikileaks“ enthüllt – „extrem enttäuscht“ von Österreichs Politikern zeigen, wird seitens des Bundeskanzleramtes als „Einzelmeinung“ eingestuft: Wesentlich für die Beziehungen sei der „Kontakt auf Augenhöhe“ zwischen den Regierungsmitgliedern und ihren Pendants in den USA.