Erstellt am 13. Mai 2014, 12:40

Burgenland plant Verwendung von EU-Förderungen. Das Burgenland kann durch den Status als Übergangsregion bis zum Jahr 2020 mit 73,6 Mio. Förderungen aus EU-Töpfen rechnen. Um das Geld abholen zu können, muss das Land eine Detailplanung vorlegen.

 |  NOEN, EPA/PATRICK SEEGER (APA)
Im Bereich regionale Entwicklung (EFRE) sollen rund 47 Mio. Euro fließen, aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) kommen etwa 25,3 Mio. Euro, so RMB-Geschäftsführer Harald Horvath am Dienstag in Rust. Die Planung liege nun vor, man sei in der Einreichphase beim Bund und der Europäischen Kommission, erläuterte Horvath vor Journalisten. Grünes Licht seitens der EU werde im Herbst erwartet.

Stärkung von Forschung und Wettbewerbsfähigkeit

Schwerpunkte innerhalb des EFRE-Programmes lägen in der Stärkung von Forschung und technologischer Entwicklung, so der Geschäftsführer des Regionalmanagement Burgenland. Auch Investitionen der Betriebe in diesem Bereich wolle man unterstützen: „In Summe gesehen, sollen hier zwölf Mio. Euro in diese Maßnahme fließen."

26 Mio. Euro will man zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Klein- und Mittelunternehmen aufwenden. Für Maßnahmen, um die CO2-Emissionen in allen Branchen der Wirtschaft zu reduzieren, sollen acht Mio. Euro flüssig gemacht werden.

Jeder 8. Arbeitsplatz von EU-Fördermittel-Projekt abhängig

Im Bereich des Europäischen Sozialfonds (ESF) liege ein mit 16,4 Mio. Euro dotierter Schwerpunkt auf der Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung. Geplant seien auch Maßnahmen für benachteiligte und arbeitsmarktferne Personen, um sie wieder in den Arbeitsprozess eingliedern zu können. Für Investitionen in Bildung, Aus- und Berufsbildung sollen 6,4 Mio. Euro bereit gestellt werden. „Hier geht es konkret um bedarfsorientierte Schulungen, um in der Wirtschaft wieder Fuß fassen zu können", erläuterte Horvath.

Durch großteils EU-geförderte Projekte sei es im Burgenland zu Strukturveränderungen gekommen, die sich sehr positiv ausgewirkt hätten, so die Wirtschaftsforscherin Anna Kleissner. Im Phasing Out von 2007 bis 2013 sei mit den zur Förderung genehmigten 6.466 Projekten ein Gesamtinvestitionsvolumen von über 900 Mio. Euro im Burgenland bewegt worden. „Jeder achte Arbeitsplatz im Burgenland ist direkt oder indirekt von einem Projekt, das durch EU-Fördermittel finanziert wurde, abhängig", so Kleissner. Im Hinblick auf die Wertschöpfung werde jeder investierte Euro 2,3-fach wirksam.

Weniger Förderungen aufgrund erfolgreicher Entwicklung

Durch den Status der Übergangsregion sei das Fördergefälle zu den Nachbarn Slowakei, Ungarn und Slowenien - die durchwegs Ziel-1-Gebiete seien - kein allzu großer, sagte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Schwieriger werde es aber beispielsweise in Zukunft, den Tourismus bis 2020 weiter zu fördern. „Wir müssen das akzeptieren. Aufgrund der erfolgreichen Entwicklung werden die Förderungen weniger. Das ist eben so und das verstehen wir auch."

Doch die entstandenen Betriebe wollten weiter investieren, deshalb werde es mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) diese Woche noch Gespräche bezüglich des Zusatzprogrammes (Additionalitätsprogramm, Anm.) geben. Er sei "optimistisch, dass wir ein gutes Zusatzprogramm zu den EU-Förderungen auch im Burgenland wieder auf die Beine stellen können", meinte Niessl.