Erstellt am 31. Mai 2015, 17:09

von APA Red und Wolfgang Millendorfer

Burgenland-Wahl: Steindl will sachliche Analyse, kein Rücktritt. ÖVP-Landesparteichef Franz Steindl will das voraussichtliche Ergebnis für die ÖVP Burgenland "nicht verschönern".

Klare Verluste: Nachdenkliche Gesichter im Büro von ÖVP-Chef Franz Steindl.  |  NOEN, Werner Müllner
Dieses gelte es nun "genau zu analysieren". Angesprochen auf persönliche Konsequenzen, meinte er gegenüber Journalisten, es gehe jetzt nicht um "Personen oder Rücktritte".

"Es gibt nichts zu beschönigen"

Es gebe "nichts zu beschönigen, wir müssen jetzt in Ruhe analysieren. Personelle Veränderungen sind nicht das Thema", so Steindl. Die Wähler haben abgestimmt und dies sei "in Demut zur Kenntnis zu nehmen". Offenbar seien die Themen von der Volkspartei "nicht so gezielt getroffen" worden. "Das Ergebnis ist leider Gottes einfach zur Kenntnis zu nehmen", so der VP-Spitzenkandidat.

Gefragt danach, ob aus den Verlusten Konsequenzen zu ziehen seien, verwies Steindl auf die nun geplanten "sachlichen Analysen". Es gelte nun zu überlegen, warum beide Landesregierungsparteien - die SPÖ mehr, so Steindl - verloren haben.

Auch über die Optionen für eine Koalition wollte er noch nicht spekulieren, sondern die Gespräche dazu abwarten. Es gehe jedenfalls jetzt nicht um Personen oder Rücktritte, sondern um Analysen. Auch verwies er auf den derzeitigen Auszählungsgrad, noch könne sich am Ergebnis etwas ändern, so der VP-Obmann.

Kopfschütteln über Steiermark-Ergebnis

Landesgeschäftsführer Christian Sagartz räumte gegenüber APA und ORF Burgenland ein, dass die vorliegenden Zahlen "kein erfreuliches" Ergebnis seien. Es sei "offensichtlich nicht gelungen", die großen brennenden Fragen der Bevölkerung zu beantworten.

Was die herben Verluste nun für den Landesparteichef bedeuten, dies zu beantworten sei zu früh, meinte Sagartz. Auch er wollte noch nicht über mögliche Koalitionsvarianten spekulieren.

In Steindls Büro, wo sich die Landesparteispitzen und Unterstützer einfanden, brandete nur selten über einzelne Gemeindeergebnisse Jubel auf, wenn ein Zugewinn erzielt wurde - etwa in Eberau im Bezirk Güssing oder in Hornstein (Bezirk Eisenstadt Umgebung). Ansonsten war die Stimmung sehr gedämpft.

Kopfschütteln herrschte, als um 16 Uhr die Hochrechnung für die Steiermark im Fernsehen gezeigt wurde. "Wahnsinn" murmelten die Gäste in Steindls Büro angesichts der FPÖ-Zugewinne in der Steiermark. Verwundert war man auch über die Werte für das Bündnis Liste Burgenland (LBL).