Erstellt am 04. Juni 2015, 08:24

Burgenland-Wahl: Zweitschwächstes SP-Ergebnis. Das Burgenland bleibt zwar weiter ein klar "rotes" Land. Aber die Landtagswahl am 31. Mai hat Verschiebungen gebracht wie selten zuvor.

 |  NOEN, Doris Seebacher
Die SPÖ fiel mit einem saftigen Minus auf den zweitschwächsten Wert der Zweiten Republik, die ÖVP rutschte erstmals unter die 30-Prozent-Marke, während FPÖ, Grüne und LBL mit ihrem bisher besten Resultat ausstiegen.

Die SPÖ ist im Burgenland seit 1964 Erste und blieb das auch ganz eindeutig. Aber selbst bei den fünf Wahlen von 1945 bis 1960, bei denen sie sich mit dem zweiten Platz begnügen musste, stieg sie nur einmal etwas schlechter (mit 40,4 Prozent 1949) aus als mit den jetzigen 41,9 Prozent. Einen Verlust von mehr als sechs Prozentpunkten musste die SPÖ im Burgenland noch überhaupt nie verdauen. Von der Absoluten, die LH Hans Niessl 2005 eroberte und 2010 wieder verlor, ist keine Rede mehr. Auch parteiintern hat Niessls SPÖ verloren: Jetzt hat Wien (wo im Herbst gewählt wird) wieder das stärkste Landesergebnis.

ÖVP mit größtem Minus der Zweiten Republik

Ihr größtes Minus der Zweiten Republik (5,5 Punkte) muss auch die ÖVP Franz Steindls verkraften - und sie rutschte von 34,6 auf 29,1 noch tiefer ins historische Tief. Die ÖVP ist allerdings einigen Kummer gewöhnt: Seit sie den ersten Platz verlor, erlebt sie einen ständigen Rückgang, mit nur einer Ausnahme: 2005 gelang der einzige Zuwachs seit 1964.

Rekord-Zuwachs für FPÖ

Unerwartet stark abgeschnitten hat im Burgenland die FPÖ mit Johann Tschürtz. Mit 15,0 Prozent ist sie - mit der Steiermark - eine der bisher nur zwei Landesparteien, die es geschafft hat, mit einem Rekord-Zuwachs den Rekord aus der Ära Haider zu übertreffen. Parteiintern ist das zwar immer noch kein sehr starkes Ergebnis - es reicht gerade einmal für Rang sieben knapp hinter Oberösterreich. Aber anders als die Niederösterreicher und die Tiroler sind die Blauen im Burgenland jetzt deutlich zweistellig.

Den burgenländischen Grünen bleibt mit ihren 6,4 Prozent zwar parteiintern weiterhin die rote Laterne. Aber auch sie haben im Land noch nie so gut abgeschnitten. Für die LBL - heuer gemeinsam mit Team Stronach - war der Zuwachs auf 4,8 Prozent und damit der Verbleib im Landtag nach den gegenteiligen Umfragen vorher eine freudige Überraschung.