Erstellt am 14. September 2011, 11:20

BZÖ-Mandatar Lugar künftig "wilder Abgeoerdneter". Das BZÖ verliert schon wieder einen Abgeordneten. Robert Lugar (41), der sich vor allem Finanz- und Umweltthemen sowie dem Parlamentsumbau gewidmet hat, will künftig als "wilder Abgeordneter" tätig sein. Als Grund für seinen Abschied aus dem orangen Klub nannte er am Mittwoch den gegenwärtigen Kurs des BZÖ, den er nicht mehr mittragen könne.

Er habe 2008 für das BZÖ kandidiert, weil Bündnis-Gründer Jörg Haider "eine mutige Politik des Aufbruchs und der Erneuerung umsetzen wollte". Eingeschlagen worden sei ein Kurs, der trotz aller Widerstände das politische System der Trägheit in Österreich aufbreche, schwärmte Lugar. Nach dem Tod Haiders habe er gehofft, dass das BZÖ seine Ideen entschlossen weiterführen würde. "Knapp drei Jahre später muss ich feststellen, dass sich diese Hoffnung leider nicht erfüllen wird."

Gerade jetzt brauche Österreich eine Politik mit Mut, die nicht davor zurückschrecke, die Dinge beim Namen zu nennen und den Bürgern schonungslos die Wahrheit zu sagen, findet Lugar: "Deshalb werde ich als freier Abgeordneter ohne Klubzugehörigkeit in Zukunft jene unterstützen, die eine solche mutige Politik zum Wohle Österreichs anstreben."

Mit Lugar hat der Nationalrat nunmehr drei Abgeordnete ohne Klubzugehörigkeit. Erich Tadler hatte sich im Jänner des Vorjahres mit dem Bündnis zerstritten und musste daraufhin den Klub verlassen. Von den Freiheitlichen gefeuert wurde diesen Sommer Werner Königshofer, nachdem dieser mit skandalösen Äußerungen zum Massaker auf der Fjordinsel Utöya für Aufsehen gesorgt hatte.

BZÖ-Chef Bucher hat Robert Lugar wenig freundliche Worte mitgegeben. Wer "den neuen bürgerlichen Weg des BZÖ" nicht mittragen könne, dem stünden "alle Türen offen, zu gehen", so Bucher in einer Aussendung. "Reisende soll man nicht aufhalten."