Erstellt am 12. Juli 2013, 13:45

BZÖ präsentierte Bildungsprogramm. Das BZÖ will in der Diskussion um ein neues Lehrerdienstrecht weg vom Zählen von Unterrichtsstunden.

Stattdessen fordert man ein Jahresarbeitszeitmodell, wie es derzeit schon für Lehrer an Pflichtschulen (Volks-, Haupt-/Neue Mittelschule etc.) gilt. Im BZÖ-Arbeitszeitmodell für Lehrer soll die Anwesenheitszeit - auch in den Schulferien - definiert sein.

"Es muss eine Rahmenarbeitszeit geben, wie in der Privatwirtschaft, an der sich dann alles orientieren kann", forderte Bildungssprecherin Ursula Haubner am Freitag.

Neben Unterricht soll Förderunterricht, Begabtenförderung und Nachhilfe, die nach Haubners Wunsch künftig nur noch an der Schule selbst stattfinden soll, berücksichtigt werden. Wie viel sie leisten, sollen die Lehrer flexibel entscheiden können und dementsprechend bezahlt werden. Im Gegenzug müsse man Lehrer von Verwaltung entlasten.

Haubner wiederholte ihr Angebot an die SPÖ, in einer Sondersitzung des Parlaments die Dienstrechtsreform auch gegen die ÖVP zu beschließen. Allerdings: Sie kenne das Modell vorerst nur aus den Medien, man müsse es der Sitzung debattieren und schauen, ob das BZÖ zustimmen könne.

Neben einem neuen Dienstrecht fordert Haubner eine Schulverwaltungsreform: "Gerade in diesem Bereich ist sehr viel Geld geparkt, das wir in den Klassenzimmern dringend benötigen würden." Die zuletzt beschlossene Abschaffung der Bezirksschulräte ist für sie ein "Bluff". Man solle auch die Bezirksschulinspektoren abschaffen und Lehrer künftig von Mentoren und von den Schulleitern kontrolliert werden.

Die Inspektoren könnten dann wieder als Lehrer in den Klassen stehen. Generell will Haubner mehr Autonomie: Schulen wie Kindergärten sollen ein Globalbudget erhalten, das sie im Sinne eines Qualitätsrahmenplans nach den jeweiligen Bedürfnissen einsetzen können. Für die Zukunft wünscht sie sich außerdem Modellregionen, in denen eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen mit innerer Leistungsdifferenzierung erprobt wird.