Erstellt am 07. September 2011, 13:40

Caritas kritisiert Chancenungleichheit bei Bildung. Für eine gemeinsame Schule bis zum Ende der Pflichtschulzeit, gratis Kindergarten ab dem vierten Lebensjahr und gebündelte Schulkompetenz beim Bund spricht sich die Caritas in ihrem neuen Forderungsprogramm "für ein sozial nachhaltiges Bildungssystem" aus. "Mangelnde Bildung geht oft mit materieller und in der Folge auch seelischer Not einher", so Caritas-Präsident Küberl.

Für eine gemeinsame Schule bis zum Ende der Pflichtschulzeit, gratis Kindergarten ab dem vierten Lebensjahr und gebündelte Schulkompetenz beim Bund spricht sich die Caritas in ihrem neuen Forderungsprogramm "für ein sozial nachhaltiges Bildungssystem" aus. "Mangelnde Bildung geht oft mit materieller und in der Folge auch seelischer Not einher", so Caritas-Präsident Küberl.

Je geringer die Bildung, desto höher sei die Armutsgefahr, so Küberl. "Das Schulsystem, das wir jetzt haben, differenziert nach Herkunft, Bildungsstand und Familieneinkommen." Noch heute werde Bildung vererbt, nur knapp ein Drittel der 15- bis 34-Jährigen schaffe einen höheren formalen Bildungsabschluss als die eigenen Eltern.

Um ebendiese Chancenungerechtigkeit auszugleichen, fordert Küberl die Einführung einer gemeinsamen Mittelstufe der 10- bis 14-Jährigen. "Die Differenzung muss im Klassenzimmer und nicht bei der Schulwahl passieren", meint er.

Individueller Förderunterricht, Teamteaching, Kleingruppenunterricht und sozialarbeiterische Interventionen sollen laut Caritas zur Selbstverständlichkeit werden. Damit jede Schule die Verantwortung für die Ausbildung ihrer Kinder übernimmt, solle deren Autonomie von der Personalsuche bis zur Schwerpunktbildung gestärkt und die Kompetenzen beim Bund gebündelt werden.

Nach dem Vorbild der britischen "Early Excellence Center" sollen ausgewählte Kindergärten zu Familienbildungszentren werden; generell müssten Pädagogen verstärkt Kontakt zu Eltern herstellen, Kinder auch zu Hause besuchen und so die Lebensumstände kennenlernen. Die Caritas fordert außerdem die Einhaltung der von Österreich ratifizierten UNO-Behindertenrechtskonvention, die eine Abschaffung der Sonderschulen und ein System der inklusiven Schule vorsieht.