Erstellt am 24. Mai 2011, 12:07

Causa Hahn: Spindelegger wartet auf Uni-Gutachten. Für ÖVP-Chef Spindelegger ist im Zusammenhang mit den Plagiatsvorwürfen gegen den derzeitigen EU-Kommissars Hahn das Gutachten der Uni Wien entscheidend.

Für ÖVP-Chef Spindelegger ist im Zusammenhang mit den Plagiatsvorwürfen gegen den derzeitigen EU-Kommissars Hahn das Gutachten der Uni Wien entscheidend. Derzeit gebe es aber nur ein "sogenanntes Gutachten", das von den Grünen in Auftrag gegeben worden sei. Diese zählten nicht gerade zu Hahns Unterstützern zähle, so Spindelegger. Auch Kanzler Faymann will das Uni-Gutachten abwarten.

Das Gutachten der Uni Wien, die die Doktorarbeit genehmigt hat, werde den "Ausschlag geben", erklärte der Vizekanzler vor dem Ministerrat. Gefragt, ob der Auftraggeber entscheidend für die Qualität sei, meinte Spindelegger, er hoffe doch nicht. Dass es viele verschiedene Gutachten zu einem Thema gebe, sei nichts neues. Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, dass der Wahrheit wirklich auf den Grund gegangen worden sei, nur weil der Grüne Klub ein Gutachten in Auftrag gegeben habe. Es werde auch andere geben.

Die Frage, was passiere, wenn das Gutachten der Uni Wien ebenfalls herauskomme, dass etwas mit Hahns Dissertation nicht stimme, ist für Spindelegger eine "Was-wäre-wenn-Frage". Er beschäftige sich erst mit solchen Fragen, wenn wirkliche Tatsachen am Tisch liegen würden.

Er habe mit Spindelegger über das Thema gesprochen. Man sei der Meinung, die Prüfung durch den Aussteller des akademischen Grades - die Universität Wien - entscheide darüber, "was von den Vorwürfen zu halten ist", erklärte Faymann nach dem Ministerrat. Auch Wissenschaftsminister Töchterle ließ gegenüber der APA auf das Gutachten verweisen, das die Uni Wien bei der Agentur für wissenschaftliche Integrität in Auftrag gegeben habe.