Erstellt am 02. Mai 2013, 15:36

Comeback für Dorfpolizist. Der Dorfpolizist erlebt ein österreichweites Comeback. Er soll im Gemeindeamt fixe Sprechstunden haben und während des Dienstes auch einmal im Wirtshaus, also nahe bei den Sorgen und Problemen der Menschen sitzen dürfen.

Diese Gemeindepolizisten sind Teil einer verbesserten, strukturierten Zusammenarbeit zwischen Polizei und Gemeinden. Das entsprechende Konzept wurde heute, Donnerstag, in Salzburg von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer und Vertretern der Polizei vorgestellt.

Schon in den nächsten Wochen werden Gemeinden und Exekutive in möglichst vielen Orten oder Regionen zum "Sicherheitsstammtisch" einladen, bei dem die Bürger über die Sicherheitslage informiert werden und ihre Anliegen deponieren können. Derartige Treffen sollen dann ein- bis zweimal jährlich wiederholt werden.

Der Dorfpolizist ist im Februar versuchsweise im Burgenland eingeführt worden und soll nun flächendeckend das "Gesicht der Exekutive" werden, wie Mikl-Leitner sagte: "Er ist ein ganz wichtiger Brückenbauer zum Bürgermeister und zur Bevölkerung." Das Ausmaß der Anwesenheit kann von Ort zu Ort stark variieren und hängt von der Fülle an Problemen ab, erläuterte Mödlhammer. "Am Anfang wird er vielleicht öfter da sein." Idealerweise werde immer derselbe Beamte in die Gemeinde kommen, so die Ministerin. Früher sei er vielleicht auf Streife durch den Ort gefahren, "jetzt bleibt er stehen, steigt aus und spricht mit den Menschen".

Teil 3 der Aktion sind Netzwerktreffen. Dabei sollen sich Meinungsbildner der Gemeinde - von den Vereinsobleuten bis zu den Schuldirektoren und Gemeindepolitiker - quartalsweise oder bei Bedarf auch häufiger treffen und Sicherheitsfragen möglichst zeitnah diskutieren und Lösungen suchen.

Zur Frage, ob die Polizei überhaupt die personellen Ressourcen für die Dorfpolizisten habe, sagte Mödlhammer, dass das Konzept ja durch seine präventive Wirkung viel Verwaltungsarbeit verhindern werde. Salzburgs Landespolizeidirektor Franz Ruf meinte, die Aktion sei eine "wirkungsvolle Ergänzung zu unserer Strategie, wir werden sehr wertvolle Informationen aus der Bevölkerung erhalten." Zuversichtlich zeigte sich auch seine Chefin: "Ich bin überzeugt, dass dadurch die objektive Sicherheitslage gebessert und das subjektive Sicherheitsgefühl gestärkt wird", so Mikl-Leitner.