Erstellt am 23. Januar 2016, 19:05

von NÖN Redaktion

Czech verurteilt Tschürtz-Lacher über Nazi-Code "88". Vor einigen Tagen tauchte in diversen Online-Foren ein Video auf, das zeigt wie sich FPÖ-Chef und LH-Stv. Johann Tschürtz über die Zahl "88" köstlich amüsiert. Die Sozialistische Jugend hielt am Samstag ihre Empörung darüber fest.

Silvia Czech, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend (SJ) Burgenland  |  NOEN, SJ Burgenland
"Man muss nicht aus der Szene kommen, um zu wissen, dass neonazistische Gruppen die Zahl "88" gerne als Code für "Heil Hitler" nehmen. Sich darüber zu belustigen, ist für einen hochrangigen Politiker definitiv eine Themenverfehlung", kritisierte SJ Burgenland-Vorsitzende Silvia Czech (am Foto oben) in einer Aussendung.

Konkret geht es um folgendes Video: https://www.facebook.com/ogrBgld/videos/vb.983053295055646/1185576571469983/?type=2&theater¬if_t=comment_mention oder http://www.ccm-tv.at/index.php/2015/12/17/kunst-im-zeichen-der-gesellschaftskritik/ (ab Minute 16)

Darin seit laut SJ folgendes zu sehen: Ein Mentalcoach veranstaltet in den Büroräumen des LH-Stellvertreters Johann Tschürtz eine Lesung und fragt ins Publikum, welche Seite des Buches er aufschlagen solle. Eine Stimme aus dem Publikum ist zu hören, die die Zahl "88" verlangt und diese Zahl als "Glückszahl" bezeichnet.

„Die Zahl 88 ist eine mit nationalsozialistischem Inhalt verbundene Zahlenkombination herrührend von „Heil Hitler“ (die achten Buchstaben des Alphabets)“, zitiert die SJ-Aussendung. Dieser Wissensstand sei "insbesondere von einem hochrangigen Politiker wie Johann Tschürtz vorauszusetzen, daher ist seine Reaktion – ein lautes Lachen – absolut untolerierbar."

Czech konstatiert: „Ich erwarte mir vom FPÖ Obmann Tschürtz eine absolute Distanzierung zu rechtem Gedankengut! Über 70 Jahre nach Ende dieser Gräueltaten, verübt durch Nationalsozialisten, ist ein solches Verhalten unangebracht und völlig abzulehnen.“

Reaktion der FPÖ

Der FPÖ Landesparteisekretär Christian Ries reagiert amüsiert auf die Forderung der Sozialistischen Jugend, Landeshauptmann-Stv. Tschürtz möge sich von „rechtem Gedankengut“ distanzieren. Für Ries ist die Jungsozialistin Czech der eigentliche Skandal. Angetrieben von einem manischen Nazi-Verfolgungswahn, geht sie jetzt – vermutlich in den Exerzierpausen der SJ-Aufmarschübungen zum Akademikerball - mit ihrer kruden Numerologie-Lehre zur Zahl 88 hausieren. 

Der Landesparteisekretär der FPÖ Burgenland, Christian Ries, äußert sich zur Forderung der SJ, Tschürtz möge sich von „rechtem Gedankengut“ distanzieren:
 
„Faktum ist, dass die Zahl 88 einfach nur eine Zahl ist. Dieser Zahl zwangsweise eine Bedeutung zu geben versuchen, sagt vielmehr über die Sozialistische Jugend und Frau Czech aus als über jene, die sie damit anzugreifen versucht. Die Tatsache, dass Tschürtz die verwünschte Zahl nicht einmal selbst ausgesprochen, sondern an für Czech unpässlicher Stelle gelacht hat, macht die Sache nur noch lächerlicher. Es gibt keine Nähe zu NS-Gedankengut, also braucht es keine Distanzierung.“
 

„Man muss auch kein Psychiater sein, um zu erkennen, dass Frau Czech an einem veritablen Wahrnehmungsproblem leidet."


Zur Aussage von Czech, dass man nicht aus der Szene (?) kommen muss um die neonazistischen Symbole zu kennen, meint Ries lapidar: „Man muss auch kein Psychiater sein, um zu erkennen, dass Frau Czech an einem veritablen Wahrnehmungsproblem leidet. Es ist schon ein schweres Los der Jungsozialistin, dass sie über 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs immer noch an jeder Straßenecke Nazis zu sehen vermeint und deren Symbolik an allen Ecken und Enden des Internets vorzufinden meint.“
 
„Schlussendlich kann ich der armen Frau Czech nur empfehlen die Numerologie oder sonstigen esoterischen Humbug aus der Politik zu lassen und sich weniger in spirituellen, sondern mehr in realen Welten zu bewegen. Das geistige Hyperventilieren zur Zahl 88 ist ja kein Einzelfall. Wenn man die Wörter „SJ“ und „Skandal“ in eine Internet-Suchmaschine einträgt, stößt  man auf eine scheinbar endlose Liste angeblicher Skandale. Ein Ausbruch aus dem vorgefassten Denkkorsett und ein zaghaftes Eintauchen in die Realität der Tagespolitik, würde nicht nur Czech persönlich guttun, sondern es auch ermöglichen sie eventuell irgendwann zu respektieren und ernst zu nehmen“, schließt Ries.