Erstellt am 09. November 2011, 14:19

Darabos gab Startschuss zur Kasernensanierung. Beim Startschuss zu einem Sanierungsprojekt in der Wiener Maria-Theresien-Kaserne am Mittwoch beschwor Verteidigungsminister Darabos erneut die "Professionalisierung" des Bundesheers durch derartige Projekte. Unterdessen hält ÖVP-Wehrsprecher Klikovits Darabos aufgrund der Causa Entacher "persönlich für rücktrittsreif".

Auch die Wehrsprecher der Oppositionsparteien forderten seinen Rücktritt. Darabos geht davon aus, dass sogar mehr als 80 Mio. Euro aus dem Budget für 2012 in die Infrastruktur des Bundesheeres fließen könnten. Trotz weltweiter Wirtschaftskrise habe er dies als Minister möglich gemacht. "Wir werden bauliche Maßnahmen vorantreiben in weiteren Bereichen", stellte er zudem in Aussicht. Abermals fiel das Stichwort "Professionalisierung", das von Darabos, der sich für die Abschaffung der Wehrpflicht stark macht, in der vergangenen Zeit öfter strapaziert wurde.

"Es lebe das österreichische Bundesheer, es lebe die Zukunft dieser Kaserne in Wien", lauteten die abschließenden Worte des Verteidigungsministers, der ohne seinen "neuen, alten" Generalstabschef Entacher auftrat. Das Objekt 3 in der Wiener Maria Theresien-Kaserne wird um rund 7,5 Mio. Euro saniert, geplantes Bauende ist das zweite Halbjahr 2013. Zudem stehen zahlreiche Sanierungsarbeiten in weiteren österreichischen Kasernen an.

VP-Klikovits findet, Darabos ist "rücktrittsreif"
ÖVP-Wehrsprecher Oswald Klikovits hält Verteidigungsminister Norbert Darabos aufgrund der Causa Entacher "persönlich für rücktrittsreif". Seine politische Autorität habe dieser aufgrund seiner Alleingänge "schon länger" verspielt, meinte Klikovits am Mittwoch im "Ö1-Mittagsjournal". Auch die Wehrsprecher der Oppositionsparteien bekräftigten ihre Rücktrittsaufforderungen.

Die ÖVP-Führung hatte sich gegenüber Darabos nach Aufhebung von General Edmund Entachers Absetzung recht zurückgehalten. Klikovits allerdings attestierte Darabos - beide kommen aus der burgenländischen Landespolitik -, rücktrittsreif zu sein und verwies auf dessen "Alleingänge und Kursschwenks": "Er hat glaube ich jegliche politische Autorität verspielt." Dass der Ressortchef Entacher nun mit Weisungen enger an sich binden möchte, beurteilt Klikovits skeptisch: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktionieren kann."

Auch die Wehrsprecher der Oppositionsparteien fordern einmal mehr Darabos' Abgang aus dem Verteidigungsministerium. Peter Pilz von den Grünen verlangt anderenfalls die Einberufung des Nationalen Sicherheitsrats und kündigte darüber hinaus Misstrauensanträge gegen den Minister an. Pilz will außerdem, dass auch Entacher seinen Sessel räumt, denn der Generalstabschef sei ein Gegner der Reform.

SPÖ-Wehrsprecher Stefan Prähauser hingegen zeigte sich überzeugt, dass Darabos und Entacher einen "gedeihlichen" Weg der Zusammenarbeit finden werden. Prähauser selbst ist anders als der Minister für eine Beibehaltung der Wehrpflicht. Parteibeschlüsse in Richtung Berufsheer würde er aber mittragen.