Erstellt am 16. Dezember 2011, 08:55

Darabos probt Berufsheer, kein Assistenzeinsatz mehr. Das kommende Jahr bringt für das Bundesheer einige Veränderungen. Das Militär wird nicht mehr im östlichen Grenzgebiet patrouillieren, der Assistenzeinsatz läuft nach 21 Jahren mit Ende Dezember 2011 aus.

Weitergehen wird dagegen die Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht. Für Diskussionsstoff sorgen werden dabei wohl die von Verteidigungsminister Norbert Darabos initiierten "Pilotprojekte zur Aussetzung der Wehrpflicht". Darüber hinaus werden die Verkäufe von Kasernen und Panzern weiter betrieben. Auch im Ausland wird das Bundesheer präsent bleiben, im kommenden Jahr zusätzlich mit der neuen, nicht unheiklen Mission im Libanon.

Die Pilotprojekte für ein Berufsheer starten später als geplant. Sie werden nicht am Jahresbeginn, sondern erst zu Jahresmitte beginnen. Mit den Pilotprojekten wird zunächst ein Musterverband aufgestellt, der ausschließlich aus Berufs- und Zeitsoldaten bestehen wird. Weiters sollen das Betreiben militärischer Liegenschaften und Einheiten ohne Systemerhalter und ein neues Anreizsystem in einem Milizverband erprobt werden.

Ganz abgeschafft wird der Assistenzeinsatz im östlichen Grenzgebiet. Nach 21 Jahren wird die Bundesheerpräsenz Ende 2011 beendet. Was sich dadurch für die Burgenländer verändern wird, wird sich erst zeigen. Veränderungen wird es jedenfalls im Ministerium geben. Es ist eine Reform der Zentralstelle geplant, die zu Veränderungen im Generalstab führen wird.

Verschlankt wird auch der Fuhrpark des Bundesheers. Darabos mustert bis 2014 zwei Drittel der Bundesheer-Panzer aus. Mit Verkäufen sollen 17 Millionen eingespielt werden, dazu kämen 15 Millionen an jährlichen Einsparungen bei den Betriebskosten. Weiter verkauft werden auch Liegenschaften, im kommenden Jahr steht rund ein Dutzend auf der Verkaufsliste, darunter der Fliegerhorst Nittner in Thalerhof in Graz, die Rainer Kaserne in Salzburg, die Straub Kaserne in Hall in Tirol und Teilflächen der Van Swieten Kaserne in Wien.

Gleichzeitig wird aber auch gebaut bzw. saniert. 2012 werden zehn Bauvorhaben mit einem Gesamtvolumen von mehr als 40 Millionen Euro begonnen, darunter Neubauten in der Erzherzog Johann Kaserne in Strass und der Benedek Kaserne in Bruck/Neudorf sowie Sanierungen in der Schwarzenberg Kaserne in Salzburg. Mehrere Bauvorhaben werden 2012 fertiggestellt, darunter Sanierungen in der Jansa Kaserne in Großmittel, in der Maximilian Kaserne in Wiener Neustadt und in der Maria Theresien Kaserne in Wien.

2012 sollen zudem die ersten der 150 IVECO-Fahrzeuge ausgeliefert und die Erneuerung des Truppenfunksystems CONRAD abgeschlossen werden.

Die Auslandsmissionen des Bundesheers bleiben aufrecht, neben Balkan und Golan ist das Heer neuerdings auch im Libanon präsent. 350 Soldaten werden zudem für die EU-Battlegroup zur Verfügung stehen.