Erstellt am 17. Oktober 2012, 12:43

Darabos sieht seine Pilotprojekte auf Schiene. Verteidigungsminister Darabos (SPÖ) sieht seine Pilotversuche zur Erprobung eines Berufsheeres im Plan. Er präsentierte gemeinsam mit drei Militärs am Mittwoch den Letztstand der Projekte.

Bei der Miliz versucht das Bundesheer zwei Pionierkompanien mit jeweils 115 Soldaten aufzustellen. Seit Beginn der Projekte im Februar haben sich 2.000 Freiwillige gemeldet, 128 von ihnen wurden genommen.

Bis Jahresende sollen beide Kompanien zu 90 Prozent befüllt sein, das bedeutet circa 100 Soldaten pro Kompanie. Das Berufsheer-Modell von Darabos sieht eine Profimiliz mit 9.300 Soldaten vor. Würde man diese 9.300 Soldaten mit der gleichen Auswahlsrate wie beim Pilotprojekt rekrutieren bräuchte man für die Rekrutierung von 9.300 Milizsoldaten allerdings mehr als 145.000 Freiwilligenmeldungen. Würde man auch noch mit dem gleichen Tempo - 128 Soldaten in rund acht Monaten - rekrutieren, bräuchte man für 9.300 Soldaten 48 Jahre.

Bei einem Berufsheer würde die Rekrutierung so also nicht funktionieren. Entsprechend meinte auch Miliz-Oberstleutnant Blaha, dass bei 9.300 Soldaten das Verhältnis zwischen Interessenten und tatsächlich Einberufenen "sicherlich nicht das gleiche" wäre wie beim Pilotprojekt.

Beim zweiten Projekt wird an mehreren Standorten auf Funktionssoldaten verzichtet, einer davon ist der Truppenübungsplatz Seetaler Alpe. TÜPL-Kommandant Oberst Hofer zog auch eine positive Bilanz. Er ersetzt die 100 Grundwehrdiener, die bisher im Jahr am Truppenübungsplatz eingesetzt waren, durch einen Mix an Kompensationsmaßnahmen - technische Anlagen, zivile Arbeitskräfte und Leiharbeiter.

Beim dritten Projekt wird ein Musterverband, das Jägerbataillon 25 in Klagenfurt, ohne Grundwehrdiener aufgestellt. Hier konnten bisher 250 der benötigten 530 Berufs- und Zeitsoldaten rekrutiert werden. Damit liege man über Plan, betonte der Kommandant, Brigadier Thomas Starlinger.

Aufhorchen ließ Darabos mit der Aussagen, dass er "kein Steuergeld" für Werbung für das Berufsheer verwenden werde. Es werde "keine Plakate und keine Inserate vom Ministerium" geben.