Erstellt am 30. Januar 2012, 14:03

Darabos über Strache: "Verqueres Geschichtsbild". In scharfen Worten ist Verteidigungsminister Darabos Aussagen von FPÖ-Chef Strache zur Frage eines Denkmals für Wehrmachtsdeserteure entgegengetreten. Strache vertrete ein "verqueres Geschichtsbild" und suche "die Nähe zum äußerst rechten Rand".

Als "Beleidigung für unsere Soldaten" kommentierte Darabos in einer Aussendung den Vergleich von Wehrmacht und Bundesheer.

Strache hatte am Sonntag in der Fernseh-"Pressestunde" gemeint, es wäre ein "katastrophaler Fehler", pauschal Deserteure mit einem Denkmal zu ehren - wegen der "Vorbildwirkung, auch für unser heutiges Bundesheer", in der Frage, wie man "heute mit Österreichern umgeht, die Deserteure sind". "Auszeichnen und ehren" will Strache nur einzelne Personen, "die damals heldenhaft im Sinne ihres persönlichen Charakters und aus der Überzeugung gehandelt" haben.

Mit derartigen "Absurditäten" offenbare der FPÖ-Chef, "wes Geistes Kind er in Wahrheit ist", ortete Darabos ein "politisches Manöver" in Richtung des "rechten Randes". Strache verwechsle Ursache und Wirkung. Die Wehrmachts-Deserteure verdienten "Achtung und Respekt", denn sie wollten nicht "Handlanger des NS-Regimes" sein.

Der Grüne Abg. Harald Walser - der sich für ein Denkmal am Heldenplatz aussprach - hat Strache schon am Sonntag vorgeworfen, "geistig noch immer im Denkschema der Deutschen Wehrmacht verhaftet" zu sein. Die Stadt Wien hat bereits beschlossen, ein Denkmal zu errichten. Der Standort wurde aber noch nicht festgelegt.