Erstellt am 12. Oktober 2012, 11:33

Darabos verlegt Kranzniederlegung. Die traditionelle Kranzniederlegung zum Nationalfeiertag macht heuer einen Bogen um das Denkmal des "Toten Soldaten" in der Krypta am Wiener Burgtor. Vielmehr werden Bundespräsident Fischer und Verteidigungsminister Darabos die Kränze bei der Gedenktafel für die im Einsatz verstorbenen Bundesheer-Soldaten niederlegen, so Darabos am Freitag.

Er argumentierte die "Zäsur in der Gedächtniskultur der Zweiten Republik" unter anderem mit den jüngsten Erkenntnissen zum Bildhauer Wilhelm Frass. Im Sommer war unter dem Denkmal des "Toten Soldaten" eine Kapsel mit zwei Schriftstücken gefunden worden. Eines davon war ein NS-Huldigungsschreiben von Frass, das zweite eine pazifistische Schrift, unterzeichnet vom Bildhauer Alfons Riedel.

Darabos hat nun entschieden, dass die Kränze "bewusst nicht mehr bei der Skulptur des Nazi-Sympathisanten Frass niedergelegt" werden sollen, bestätigte er einen "Standard"-Bericht. Durch die Niederlegung an der Gedenktafel - ebenfalls in der Krypta - werde der Nationalfeiertag nun "mit dem Andenken an die im Dienst verstorbenen Soldaten unseres Bundesheeres verknüpft".

Für den Verteidigungsminister ist dies ein weiterer Schritt in Richtung "zeitgemäßes Gedenken". Für die Neugestaltung der Krypta gebe es nun überdies einen konkreten Fahrplan des Projektteams. Die Vorbereitungen werden von einem international besetzten Beirat begleitet, im August 2013 ist ein Künstlerwettbewerb geplant, ab dem Frühling 2014 soll dann das Siegerprojekt umgesetzt werden.

Was die Neugestaltung des "Heldendenkmals" beim Wiener Burgtor angeht, ist Darabos aus Sicht der Grünen "gescheitert". Sie betonen, dass in der künftigen Gedenkstätte jene Platz finden müssen, "die für die Wiedererrichtung Österreichs gekämpft haben" - also die alliierten Soldaten, die Widerstandskämpfer und die Opfer des Nationalsozialismus. Ein unabhängiges Gremium von Wissenschaftern soll zunächst ein inhaltliches Konzept ausarbeiten, das danach international ausgeschrieben wird.