Erstellt am 09. November 2011, 00:00

Darabos‘ Personalprobleme. WIRBEL UM POSTEN / Rückkehr von Generalstabschef Entacher als Rückschlag für den Minister. Für interne Diskussionen sorgte auch eine weitere Personalentscheidung.

 |  NOEN, FRANZ BALDAUF
VON WOLFGANG MILLENDORFER

UND BETTINA EDER

Edmund Entacher ist als Generalstabschef wieder im Amt. Dass er Anfang des Jahres von Verteidigungsminister Norbert Darabos persönlich abberufen worden war, sorgte im Bund für ein politisches Beben. Hintergrund der Auseinandersetzung auf höchster Ebene war Darabos‘ Kampf um ein Berufsheer – En-tacher hatte sich jedoch für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht eingesetzt.

Vor der Berufungskommission des Bundeskanzleramtes bekam Entacher nun recht; die Argumente, mit denen der Minister den „Vertrauensverlust“ begründet hatte, wurden nicht anerkannt. Während nun Darabos die Absetzung seines Generalstabschefs zähneknirschend als „rechtlich nicht möglich“ hinnehmen muss, gab es seitens der burgenländischen Freiheitlichen wieder Rücktrittsaufforderungen. ÖVP-Klubchef Rudolf Strommer wiederholte indes seine Kritik an Darabos als „Sicherheitsrisiko“. Dieser jedoch will sich nicht beirren lassen und hält weiter an seinen Plänen fest: „Für mich steht die Notwendigkeit einer Reform des Bundesheeres außer Diskussion“, gibt sich Darabos kämpferisch und will „mit voller Kraft weiterarbeiten“. Inzwischen hat sich kurzzeitig aber eine neue Front für den Minister aufgetan: Nachdem das Gericht erst vor wenigen Monaten in einer „Postenschacher“- Affäre gegen ihn entschieden hatte, sorgte nun eine Personalentscheidung wieder für Wirbel in Gewerkschaftskreisen. Konkret geht es um die Neubestellung eines Mitarbeiters beim „Materialstab Luft“ in Hörsching.

Bürgermeister-Sohn  landete beim Heer
Trotz offiziellem Aufnahmestopp sollte der Sohn eines SPÖ-Bürgermeisters aus Darabos‘ Heimatbezirk Oberpullendorf, der bis dato beruflich nichts mit dem Bundesheer zu tun hatte, eingestellt werden. Nach den Protesten der Personalvertretung habe man – so ein Insider zur BVZ – mit einem Karenzvertretungsposten „ein Hintertürchen gefunden“, um ein weiteres mögliches Verfahren abzuwenden.

Auf BVZ-Anfrage winkt man im Verteidigungsministerium ab: „Der betreffende Mitarbeiter hat sich ganz normal beworben und ist von den zuständigen Stellen geprüft worden.“ Zudem handle es sich bei dem besagten Posten um keine Leitungsfunktion.