Erstellt am 02. Mai 2013, 00:00

„Das ändert nichts“. Simandl wieder frei / Ermittlungen gegen Ex-BEGAS-Chef laufen auf Hochtouren. Jetzt will auch die Bioenergie Burgenland Geld zurück.

Ermittlungen gegen Rudolf Simandl: Die BEGAS-Causa zieht immer weitere Kreise.  |  NOEN
Von Wolfgang Millendorfer

Rudolf Simandl ist wieder auf freiem Fuß – der dringende Tatverdacht bleibt aber bestehen. Mit der Enthaftung des ehemaligen BEGAS-Vorstandes, dem Untreue und Abgabenhinterziehung vorgeworfen werden, gab das Oberlandesgericht Wien einer Beschwerde seines Anwalts Roland Kier statt. Die Begründung: Es bestehe keine Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr.

In ihren Ermittlungen bekräftigt sieht sich die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) dennoch: „Für uns ändert das am Lauf des Verfahrens gar nichts“, sagt WKStA-Sprecher Erich Mayer gegenüber der BVZ.
Das Ermittlungsteam sei zuletzt ausgeweitet worden. Jetzt werden auch noch weitere Auftragsvergaben der BEGAS überprüft – allerdings nur bei konkreten Verdachtsmomenten.

Anders beim BEGAS-Rechtsnachfolger Energie Burgenland: Hier werden derzeit alle Aufträge ab einer gewissen Größenordnung unter die Lupe genommen, danach soll die Erhebung noch weiter in die Tiefe gehen. Ansprüche geltend gemacht hat nun auch Anwalt Klaus Dörnhöfer als Masseverwalter der insolventen Bioenergie Burgenland. Hier geht es um rund 1,1 Millionen Euro, die laut Dörnhöfer den Gläubigern zustünden.

Bioenergie-Insolvenz: Ende des Verfahrens? 

Nachdem die Tiroler Firma Ortner, wie berichtet, 2,6 Millionen Euro an die Energie Burgenland zurückgezahlt hatte, wurde der Masseverwalter hellhörig. Denn die hohen Bargeldbeträge wurden einst im Zusammenhang mit der Errichtung von Biomasse-Heizwerken von Ortner an Simandl übergeben. Allerdings sei nicht sicher, ob das Geld ordnungsgemäß verwendet wurde. Die Energie Burgenland prüft nun, wem die 2,6 Millionen Euro zustehen.

Was die Insolvenz der Bioenergie angeht, sieht Dörnhöfer indes eine mögliche Einigung mit der Bank und damit ein Ende des Verfahrens. Nach dem Verkauf der kleineren Heizwerke haben sich mit der Kärntner Kelag und Energie Burgenland zudem auch Interessenten für die größeren Werke gefunden.