Erstellt am 09. Mai 2012, 00:00

„Das ist eine Hexenjagd“. AMS-STREIT / Die SPÖ schießt sich weiter auf AMS-Chefin Helene Sengstbratl ein. Andere Fraktionen verteidigen sie vehement.

Mit der Bilanz zum einjährigen „Jubiläum“ der Arbeitsmarkt-Öffnung geriet Helene Sengstbratl ins Visier der Landes-SPÖ. Nachdem die AMS-Leiterin sinngemäß gemeint hatte, dass die befürchtete Flut an ausländischen Arbeitskräften ausgeblieben sei, sprach SPÖ-Landesrat Peter Rezar von einem Affront gegenüber den Arbeitssuchenden im Burgenland (die BVZ berichtete). Auch, dass sein Parteikollege und Minister Rudolf Hundstorfer ähnlicher Ansicht wie Sengstbratl ist, relativierte Rezar zuletzt: Für das grenznahe Burgenland würden schließlich andere Maßstäbe gelten.

Während Sengstbratl selbst zur scharfen Kritik keinen Kommentar abgab, kam Schützenhilfe aus anderen Richtungen: Landesvize Franz Steindl und Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth bezeichneten die SPÖ-Aussagen als unangebracht.

Ingrid Puschautz, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung, sprach von einer „Hexenjagd“ gegen Sengstbratl. Und FPÖ-Chef Hans Tschürtz forderte Rezar zum Rücktritt auf, da die SPÖ „für den Anstieg der Ausländerbeschäftigung selbst verantwortlich“ sei.

Im Fall der Neuausschreibung der AMS-Leitung wartet man indes gespannt auf die Entscheidung, die offiziell für Juni angekündigt wurde. Der Verwaltungsrat soll sich bereits darauf geeinigt haben, dass der Gewinner des Assessment-Centers auch AMS-Chef wird.