Erstellt am 25. Juli 2012, 11:48

Debatte über Beschneidung für Stöger "aufgesetzt". Gesundheitsminister Alois Stöger hält die Debatte über religiöse Beschneidungen in Österreich für eine "aufgesetzte Diskussion". Dabei sei ein Thema aus Deutschland übernommen worden, "das nicht wichtig ist", meinte Stöger.

Jedes Landeskrankenhaus hätte die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob es Beschneidungen durchführt oder nicht, stellte der Gesundheitsminister fest. "Das ist keine Pflichtleistung. Es muss auch nicht jeder Schönheitsoperationen anbieten," sagte der Gesundheitsminister. Grundsätzlich verweist Stöger auf die Kompetenzen des Justizministeriums in dieser Causa. Es gehe um die Einwilligungsfähigkeit der Patienten und das sei klar eine Frage, die das Justizressort betreffe.

Der deutsche UNO-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt, konstatierte unterdessen, dass die Einstellung gegenüber Religion immer respektloser werden, Erstmals finde ein aggressiver, verächtlicher Grundton gegenüber Religionen breite Resonanz, sagte Bielefeldt in einem Interview.

Zur Debatte um medizinische Komplikationen und mögliche kindlichen Traumata im Zusammenhang mit der Beschneidung verwies Bielefeldt auf unterschiedliche Einschätzungen von Ärzten, die sich teils widersprechen. "Ich bin kein Mediziner und kann und will das nicht beurteilen. Wichtig ist, dass die Gesichtspunkte zum Schutz des Kindes klar zur Sprache kommen. Wir müssen schauen, wie wir alle Argumente zusammenbringen", sagte der UN-Sonderberichterstatter. "Soweit ich weiß, hat der Kinderrechtsausschuss der UNO, der für die Umsetzung der UNO-Kinderrechtskonvention verantwortlich ist, die Praxis der Knabenbeschneidung als solche bisher nicht öffentlich kritisiert, wohl aber angemessene medizinische Bedingungen dafür gefordert."