Erstellt am 05. August 2013, 15:27

Debatte um Bildungspflicht statt Schulpflicht. Eher abwartend äußert man sich im Unterrichtsministerium zur Einführung einer Bildungspflicht bis 18 Jahre.

 Zunächst sollten einmal die gerade startenden Schulversuche für eine Reform der Polytechnischen Schule (PTS) abgewartet werden, die sich diesem Thema widmen, hieß es aus dem Ressort. Die ÖVP will dagegen das Thema schon im nächsten Regierungsprogramm verankern, die Opposition ist dagegen.

Derzeit gibt es eine neunjährige Schulpflicht: Diese endet durch Zeitablauf und ist nicht an bestimmte Bildungserfolge geknüpft. Erst im April hatten sich alle Parlamentsparteien auf eine PTS-Reform geeinigt. So ist etwa vorgesehen, dass die PTS nicht nur ein, sondern auch zwei Jahre dauern kann, um auch lernschwächeren Schülern die Chance zu einem Abschluss zu geben. In Verbindung damit soll auch der Unterricht stärker modularisiert werden.

PTS-Schulversuche starten ab Herbst

Dazu wurden auch Schulversuche vereinbart, die im Herbst starten sollen. Im Unterrichtsministerium ist man der Ansicht, dass man nun deren Ergebnisse abwarten und dann evaluieren solle, ob weitere Maßnahmen nötig seien. Eventuell schaffe man es ohnehin mit diesen Schritten, dass alle Jugendlichen Mindeststandards bzw. einen Abschluss erreichen. Die ÖVP will dagegen offenbar nicht so lange warten: ÖVP-Chef Spindelegger betonte, er hätte nichts dagegen, eine derartige Maßnahme bereits im nächsten Regierungsprogramm zu verhandeln. Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Pühringer sprach sich einmal mehr für eine Ausbildungspflicht aus.

Abgelehnt wird eine verlängerte Schulpflicht für "Problemschüler" von den Grünen: Er sei zwar sehr für die Möglichkeit, Bildungsabschlüsse nachholen zu können, so Bildungssprecher Harald Walser - der konkrete Vorschlag sei aber "weltfremd und unausgegoren". Für den Wiener FPÖ-Bildungssprecher Dominik Nepp ist der Vorschlag ein "Sommergag", BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner vermutet einen "Ablenkungsversuch vom Stillstand beim Lehrerdienstrecht".