Erstellt am 04. September 2013, 00:00

Debatte zum Schulstart. Bildungsfragen / NMS-Vollausbau bringt Ende der Hauptschulen im Burgenland. Bei der Bildung sind sich SPÖ und ÖVP aber uneins.

 |  NOEN, HERBERT NEUBAUER (APA)
Von Wolfgang Millendorfer
Mit aktuellen Statistiken, die das Burgenland „in vielen Bereichen als Bildungsland Nummer eins“ ausweisen, beendeten Landeschef Hans Niessl und der amtsführende Landesschulratspräsident Gerhard Resch die Ferienzeit. Zum Schulstart wurde mit Bildungsministerin Claudia Schmied der Vollausbau der Neuen Mittelschule gefeiert.

Die Hauptschule ist damit im Burgenland passé. „Wir übernehmen hier eine österreichweite Vorreiterrolle“, unterstreicht Niessl den „modernen Zugang zur Bildungspolitik“.

„Kein ÖVP-Jubel“ und Streit um die Pause 

ÖVP-Mandatar Christian Sagartz widerspricht allerdings: „Die Jubelschreie kann ich nicht nachvollziehen, da sich dieses System erst bewähren muss.“ ÖVP-Kritik gibt es auch in Sachen Lehrerdienstrecht. Dass die Bildungsfragen längst im Wahlkampf angekommen sind, zeigte sich auch in Niessls Retourkutsche:  „Wir haben schon oft darauf hingewiesen, wer bei der Bildung auf  der Bremse steht …“

Für einen Aufschrei der anderen Art sorgten zuletzt die junge FPÖ: Zu Schulanfang forderte der RFJ (Ring Freiheitlicher Jugendlicher) zur Integration ausländischer Schüler die Einhaltung von Deutsch als „Pausensprache“. Verstöße sollen mit einem Minus geahndet werden.

Zuspruch gab es von Niederösterreichs FPÖ, lautstarken Protest nicht nur von Schülervertretern und der JVP („Retro-Politik der schlimmsten Sorte!“), sondern auch von Landesschulratspräsident Gerhard Resch: Er zeigte sich erschüttert und sprach von „völlig absurden“ Forderungen.
 


Das neue Schuljahr

  • Insgesamt 32.050 Schüler gibt es im Schuljahr 2013/2014 im Burgenland – das sind um 327 weniger als im vergangenen.
  • Mit 2.496 ist heuer auch die Zahl der „Taferlklassler“ – ebenso wie jene der Lehrer (insgesamt 3.972) – leicht zurückgegangen.
  • Laut einer Umfrage von Landesschulrat und Industriellenvereinigung sind 80 Prozent der befragten Schüler mit ihrer Ausbildung zufrieden.