Erstellt am 03. November 2010, 00:00

Den Abschied schön gestalten. „A SCHENE LEICH“ / Durch eine Gesetzesnovelle dürfen Bestatter nun noch mehr auf die Wünsche von Angehörigen eingehen.

Innungsmeister Franz Nechansky informiert über Wünsche bei Begräbnissen.SEEBACHER  |  NOEN
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Jährlich sterben im Burgenland etwa 3300 Menschen. Die Wünsche der Angehörigen reichen vom einfachen Begräbnis über Aufbewahrung im offenen Sarg bis hin zur Einäscherung und Aufbewahrung in einer Urne. Seit 2006 dürfen Bestatter nun eine Ausbildung zum Fachgebiet der „Thanatopraxie“ machen. Darunter versteht man einerseits das kurzzeitige Einbalsamieren beispielsweise für die Leichenüberführung ins Ausland, andererseits auch die kosmetische Rekonstruktion von Unfallopfern. „Ziel ist es immer, einen friedlich schlafenden Eindruck des Verstorbenen zu erhalten“, erklärt Landesinnungsmeister Franz Nechansky, der als Erster im Burgenland diese Ausbildung samt Prüfung absolviert hat. Weiters steigt auch im Burgenland immer mehr die Nachfrage an Feuerbestattungen, nach der Herstellung von Totenmasken oder Gipsabdrücken von Hand und Fuß sowie die Anfertigung von Diamanten aus dem Kohlestaub der Toten.

Bestattung im See?  Nein, nur in der Donau

Ob schon jemals jemand den Wunsch geäußert habe, im Neusiedler See bestattet zu werden? „Nein“, so Nechansky. Das wäre wegen des niedrigen Wasserstandes und aus Pietätsgründen auch nicht machbar. „Badegästen hätten keine Freude, wenn ihnen beim Schwimmen plötzlich eine Urne entgegenkommen würde“, so der Bestatter. Derzeit dürfen Urnen in Österreich nur in der Donau bestattet werden.