Erstellt am 29. August 2012, 07:38

Der Wahlkampf wird bunt. STARTSCHUSS / Am Freitag endete die Frist zur Einreichung der Kandidatenlisten für die Gemeinderatswahl. Im Landessüden sind diese Listen vielfältig.

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SÜDBURGENLAND / Groß ist die Farben- und Personenvielfalt der im Wahlkampf zur Gemeinderatswahl 2012 im Landessüden. Im Bezirk Oberwart wird es vor allem in den beiden großen Städten Oberwart und Pinkafeld bunter werden, mischt doch in beiden Orten die FPÖ wieder kräfigt mit. In Pinkafeld wird neben VP-Kandidat Friedrich Luisser FP-Listenerster Peter Jauschowetz den amtierenden SP-Bürgermeister Kurt Maczek herausfordern. In Oberwart will FP-Urgestein Landtagsabgeordnete Ilse Benkö in die Gemeindepolitik zurückkehren. Nachdem sie ihr 2007 errungenes Gemeinderatsmandat vor zwei Jahren zurückgelegt hat, will sie es nun noch einmal wissen. Neu und einzigartig im ganzen Land ist die Kandidatur der Piratenpartei in Oberwart. An der Spitze stehen mit Gabriele Binder und Stefanie Schwarz zwei Frauen, „die mit Wissen und mit Verständnis arbeiten“.

Noch in der Schwebe ist das Antreten von Wolfgang Spitzmüller von den Grünen in Oberwart (die BVZ berichtete). Weil er seinen Hauptwohnsitz nicht in Oberwart hat, hat die Gemeindewahlbehörde das Wahlrecht aberkannt. Er hat dagegen berufen. Sollte die Berufung nicht durchgehen, tritt Spitzmüller in Oberschützen zur Wahl an.
Im Bezirk Güssing ist Grün im Wahlkampf-Farbenspiel 2012 gar nicht vertreten. In den Gemeinden Moschendorf - Heimatort von SP-Landesrätin Verena Dunst- stellt die SPÖ keinen Bürgermeisterkandidaten, genauso wie in Rohr und in Bildein. In letztgenannter Ortschaft musste sich VP-Bundesrat und Bürgermeister Walter Temmel bei keinem der seiner fünf Antritte (inklusive der Wahl im heurigen Oktober) zur Bürgermeisterwahl einem Gegner stellen.

Im Bezirk Jennersdorf wird das Rennen um den Bürgermeister vor allem in der Gemeinde Rudersdorf spannend. VP-Ortskaiser Franz E. Tauss, der als äußerst beliebt gilt, bekommt mit SP-Landtagsabgeordnetem Ewald Schnecker ernsthaften Gegenwind. Einzige weibliche Spitzenkandidatin im Bezirk ist, Karin Hirczy-Hirtenfelder. Die SP-Politquereinsteigerin will VP-Langzeitbürgermeister Willi Thomas in der Bezirkshauptstadt vom Thron stürzen. Ein schweres Vorhaben, hält die VP in Jennersdorf doch seit vielen Jahren die Absolute. Die FPÖ mischt in acht Gemeinden des Bezirks mit und kandidiert in sieben auch für den Bürgermeister. Die Bürgerliste Eltendorf stellt erstmals keinen Bürgermeisterkandidaten.

WISSENSWERTES

WER DARF WÄHLEN?
Für Wähler mit Nebenwohnsitz gelten für die Ausübung des Wahlrechts seit 1997 spezielle Kriterien: Die Wähler müssen in der betreffenden Gemeinde ihren wirtschaftlichen, beruflichen, familiären oder gesellschaftlichen Lebensmittelpunkt nachweisen. Im Fall von Beeinspruchungen müssen zwei der vier Kriterien begründet werden.
GEMEINDERATS-MANDATE
• Bei der Gemeinderatswahl 2007 wurden insgesamt 3117 Mandate vergeben (siehe Grafik auf Seite 4).
• Die Zahl der zu vergebenden Gemeinderats-Mandate wird mit Abschluss des Wählerverzeichnisses am 5. September bekannt gegeben. Aufgrund des Anstiegs bei den Wahlberechtigten gibt es auch einen Zuwachs an Mandaten.
• Folgende Größenordnungen gelten laut Gemeindeordnung für die Anzahl der Gemeinderats-Mandate:

bis 250 Wahlberechtigte 9
bis 500 Wahlberechtigte 11
bis 750 Wahlberechtigte 13
bis 1000 Wahlberechtigte 15
bis 1500 Wahlberechtigte 19
bis 2000 Wahlberechtigte 21
bis 3000 Wahlberechtigte 23
mehr als 3000 Wahlberechtigte 25

ORTSCHEFS OHNE MEHRHEIT
In diesen zehn Gemeinden haben die Bürgermeister nach den letzten Gemeinderatswahlen 2007 – beziehungsweise nach nötig gewordenen Zwischenwahlen – aktuell keine Mehrheit im Gemeinderat: Deutsch Jahrndorf, Gattendorf, Parndorf, Potzneusiedl, St. Andrä am Zicksee, Raiding, Stinatz, Großmürbisch, Wörterberg, Mogersdorf