Erstellt am 12. November 2012, 13:41

Deutsch sieht trotz Verluste "großen Erfolg". Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Oskar Deutsch, sieht trotz markanter Verluste für seine Liste "Atid" bei der Vorstandswahl einen "großen Erfolg" für sich.

Er erhebt nun den Anspruch auf das Präsidentenamt - aber auch Martin Engelberg, der mit seiner neuen Liste auf Anhieb Platz drei belegt hat, stellt sich "zur Verfügung". "Atid" verlor bei der Wahl am Sonntag drei Mandate und stellt jetzt nur noch sieben Sitze im 24-köpfigen Kultusvorstand. Ziel seien zwar acht Mandate gewesen, so Deutsch, "aber das ist in Ordnung so. Das ist Demokratie". Der bisherige Koalitionspartner, die Sefardim-Bucharischen Juden, konnte hingegen ein Mandat dazugewinnen und liegen nur noch knapp hinter "Atid". Mit dieser wie mit anderen Listen habe man bereits jetzt schon eine Zusammenarbeit besiegelt, so Deutsch.

Für den Psychoanalytiker und Consulter Engelberg, der mit seiner Liste "Chaj-Jüdisches Leben" auf Anhieb drei Mandate im Vorstand erreicht hat, ist hingegen noch nichts gegessen: "Es ist alles noch im Fluss. Ich habe mich zur Verfügung gestellt, auch für die Präsidentschaft." In den kommenden Tagen werde es mit allen Listen Gespräche über mögliche Koalitionen geben, kündigte er an. Das Wahlergebnis sei "ein deutliches Zeichen für die Gemeinde, dass frischer Wind hereinkommt".

Deutsch, der Anfang des Jahres das Präsidentenamt von Ariel Muzicant übernommen hatte, sieht im Wahlergebnis allerdings einen "ganz klaren Wählerauftrag" für jene Parteien, welche die Kultusgemeinde seit Jahren geführt haben. Zusammen habe man immerhin mehr als 60 Prozent der Stimmen erhalten. Gewählt wird der neue Präsident bei der konstituierenden Sitzung des Vorstands Anfang Dezember, ein genauer Termin steht noch nicht fest.