Erstellt am 30. Mai 2011, 11:38

Deutscher Atomausstieg - Berlakovich sieht Signalwirkung. Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) zur Einigung der deutschen Regierungskoalition, bis spätestens 2022 aus der Atomkraft auszusteigen: "Diese Entscheidung eines weiteren hoch industrialisierten Staates hat eine ganz starke Signalwirkung! Sie zeigt, dass ein Atomausstieg machbar und möglich ist."

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Die Entwicklung der vergangenen Tage in der Schweiz und in Deutschland mache deutlich, dass ein Umdenken in Europa stattfindet. Die geplanten AKW-Belastungstest seien ein wichtiges Element auf diesem Weg. "Die Entscheidung Deutschlands bestärkt mich auf dem Weg 'Raus aus Atom - rein in Erneuerbare' und lässt uns weiter an einer sicheren Umwelt arbeiten", so Berlakovich.

Grünen-Chefin Eva Glawischnig hatte bereits am gestrigen Sonntag zur Wende in der deutschen Atompolitik begrüßt. "Wenn Deutschland aussteigt, folgen mit Sicherheit andere wichtige Atomländer. Eine so wichtige Industrienation hat Signalwirkung. Die Atomkonzerne wären mit ihrem Einfluss endgültig gescheitert."

Glawischnig sprach von einem Erfolg für die besorgte Bevölkerung dies- und jenseits der Grenze, die nun aufatmen könne. Zugleich schloss sie sich aber einer Forderung der deutschen Grünen an, wonach der Atomausstieg schneller - nämlich 2017 - möglich sei.

Wenn die Atomindustrie abgedreht werde, bekomme die Erneuerbare Energie jedenfalls eine echte wirtschaftliche Chance, fügte Glawischnig hinzu. "In Österreich haben wir in diesem Bereich Unternehmen die echte Pioniere sind und Marktführerschaft innehaben. Mit einem europaweiten bzw. weltweiten Umstieg auf Alternativenergie könnte eine Zukunftsbranche endlich den entscheidenden Wachstumsschub erhalten und Tausende und mehr Zukunftsjobs schaffen. Die Energiewende bedeutet nicht nur verantwortungsvolle Umwelt-, sondern auch nachhaltige Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik."

Auch die SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr begrüßte den deutschen Atomausstieg, unter Verweis "auf die von Bundeskanzler Werner Faymann gestartete Initiative zum Atomausstieg in Europa". Die "lange Restlaufzeit" für einige deutsche AKW sieht Bayr zwar kritisch, "aber besser die Abkehr von der Atomenergie kommt spät als nie". Jetzt müsse noch in weiteren Ländern Überzeugungsarbeit geleistet werden, um dem Ziel eines atomenergiefreien Europas näher zu kommen.