Erstellt am 10. April 2013, 00:00

Die BEGAS-Affäre. Beschwerde / Anwalt kämpft für Ex-BEGAS-Chef. Und: Schuldspruch im Telekom-Prozess.

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Von Wolfgang Millendorfer

Seitdem Rudolf Simandl in der Vorwoche verhaftet wurde, geht es ihm laut Aussagen seines Anwalts Roland Kier immer schlechter: Der Ex-BEGAS-Vorstand, dem Untreue und Abgabenhinterziehung vorgeworfen werden, sei „schwer depressiv und kaum einzuvernehmen“.

Einer der Gründe, weshalb Kier eine Beschwerde gegen die verhängte U-Haft eingereicht hat. Bis zur nächsten Haftprüfung im Mai muss Simandl aber in der Justizanstalt Wien-Josefstadt bleiben.

Indes zieht die Causa BEGAS immer weitere Kreise: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt bereits gegen zwölf Beschuldigte, wie WKStA-Sprecher Erich Mayer gegenüber der BVZ bestätigt. Nicht nur Simandl, gegen den „neue Verdachtsmomente“ aufgetaucht seien, und sein ehemaliger Vorstandspartner Reinhard Schweifer sind im Visier, sondern unter anderem auch zwei Ex-Manager früherer BEGAS-Töchter, ein Zivilingenieur, ein Steuerberater, vier Gastronomen und ein Autohändler. So soll Rudolf Simandl etwa einen privaten Pkw im Wert von 40.000 Euro mit Gas-Gutscheinen bezahlt und auch Restaurant-Gutscheine privat konsumiert haben.

Fünf Jahre Haft für Johann Wanovits

Und noch ein Burgenländer sorgte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen: Mit dem Schuldspruch gegen den aus Dörfl stammenden Johann Wanovits wurde in Wien das letzte Urteil im Telekom-Prozess gefällt: Wegen Kursmanipulationen wurden – nicht rechtskräftig – fünf Jahre Haft verhängt. Wanovits pocht weiterhin auf seine Unschuld, sein Anwalt meldete Berufung an.

Im Zuge einer Sonderprüfung wegen nicht korrekt versteuerter Privatausgaben tauchten im Vorjahr immer mehr Ungereimtheiten rund um die ehemaligen und mittlerweile entlassenen BEGAS-Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer auf.

Neben Jahresgagen von bis zu 483.000 Euro und Untreue-Vorwürfen sorgten unter anderem Spekulationsgeschäfte, Auftragsvergaben sowie Simandls 14-Millionen-Euro-Stiftung in Liechtenstein für Aufregung.

Mit der Rückzahlung von 2,64 Millionen Euro durch das Bauunternehmen Ortner an die Energie Burgenland (in der die BEGAS mit der BEWAG fusioniert wurde), kamen rund um Simandl zuletzt auch Bestechungsvorwürfe auf.


Die BEGAS-Affäre

  • Im Zuge einer Sonderprüfung wegen nicht korrekt versteuerter Privatausgaben tauchten im Vorjahr immer mehr Ungereimtheiten rund um die ehemaligen und mittlerweile entlassenen BEGAS-Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer auf.
     
  • Neben Jahresgagen von bis zu 483.000 Euro und Untreue-Vorwürfen sorgten unter anderem Spekulationsgeschäfte, Auftragsvergaben sowie Simandls 14-Millionen-Euro-Stiftung in Liechtenstein für Aufregung.
     
  • Mit der Rückzahlung von 2,64 Millionen Euro durch das Bauunternehmen Ortner an die Energie Burgenland (in der die BEGAS mit der BEWAG fusioniert wurde), kamen rund um Simandl zuletzt auch Bestechungsvorwürfe auf.