Erstellt am 22. August 2012, 00:00

DIE BEGAS-AFFÄRE. HAUSDURCHSUCHUNGEN / Polizei bei Ex-Vorstand Simandl und in Architekturbüro im Einsatz. Zivilitechniker wehrt sich vehement.

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Unangekündigten Besuch erhielt Ex-BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl in der Vorwoche von der Kriminalpolizei. Im Zuge einer Hausdurchsuchung stellten die Ermittler der Wirtschaftsgruppe Unterlagen sicher, die derzeit ausgewertet werden. Einen Tag lang geschlossen – und durchsucht – wurde auch das Architekturbüro Fischer in Mattersburg.

Im Zusammenhang mit den Unregelmäßigkeiten beim Energieversorger (siehe Kasten) geriet zuletzt auch das Architekturbüro ins Visier. Im Mittelpunkt: der gemeinsame Ankauf eines Wiener Zinshauses, getätigt von Simandls Sohn und der Firma des Ziviltechnikers Karl Fischer, dessen Büro auch den Zuschlag für die Planung der BEGAS-Reststoffverwertung in Heiligenkreuz bekommen hatte.

Staatsanwalt wartet  noch auf Ergebnisse

Im Gespräch mit der BVZ kritisiert Fischer die Vorgehensweise scharf: „Ich habe mit der Sache nichts zu tun und empfinde es als eine Frechheit, was da passiert. Diese Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen.“

Genau untersucht werden sie in jedem Fall. Eisenstadts leitender Staatsanwalt Wolfgang Swoboda wartet derzeit noch auf den Abschlussbericht der Wirtschaftsermittler und bestätigte gegenüber der BVZ die beiden Hausdurchsuchungen. „Jetzt werden die Unterlagen stapelweise von der Kriminalpolizei bearbeitet und das wird sicher noch eine ganze Weile dauern. Die Staatsanwaltschaft

wird danach über die weitere Vorgangsweise entscheiden.“

Rudolf Simandl war bis zum Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Sein ehemaliger Vorstandskollege Reinhard Schweifer will zur Causa BEGAS „kein Kommentar mehr abgeben“.



DIE BEGAS-AFFÄRE

Im Zuge einer Sonderprüfung wegen nicht korrekt versteuerter Privatausgaben tauchten im Juli neue Ungereimtheiten rund um die ehemaligen BEGAS-Vorstände auf.

Nach dem Abschlussbericht der Wirtschaftsprüfer übernimmt auf Beschluss der Regierung nun der

der Bundesrechnungshof die Causa.

Neben den Unregelmäßigkeiten sorgen die Gehälter der ehemaligen Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer – mit Jahresgagen von 483.000 und 322.000 Euro – für Aufregung.

Beide Ex-Vorstände wurden entlassen; Schweifer geht gegen die Kündigung gerichtlich vor.