Erstellt am 09. November 2011, 00:00

Die Jungen kuscheln nicht. PENSIONS-DEBATTE / „Generationendialog“ entzweit SJ und JVP. Zukunftssorgen gibt es aber in beiden Vorfeldorganisationen.

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VON WOLFGANG MILLENDORFER

Wenn ein Polit-Urgestein wie Charly Blecha mit den Worten „Heast, Oida!“ angesprochen wird, dann hat man es mit einer bewusst frechen Kampagne der Sozialistischen Jugend (SJ) zu tun. Der Hintergrund der gemeinsamen Aktion mit dem Pensionistenverband – die in der Vorwoche mit einem „Generationendialog“ gestartet wurde – ist aber ein gewichtiger: die Angst der Jungen vor der Zukunft. Geht es nach den aktuellen Umfragen, dreht sich auch bei der Jugend alles um die Wirtschaftskrise und die Pensionsvorsorge. Themen, die Vorfeldorganisationen jeder Couleur im Grunde einen, deren Auslegung aber Stoff für laufende Partei-Konflikte ist.

Streit um „Ideen-Klau“  und Zukunftsmodelle

Der jüngste Streit ist zwischen SJ und Junger ÖVP entbrannt. Und nicht nur in Sachen Privatpensionen und „Generationen-Scan“ ist man unterschiedlicher Meinung. Die Erfindung des „Generationendialoges“ beansprucht die JVP nämlich für sich: Dass eigene Aktionen und jene des Landesjugendreferates „immer wieder kopiert werden“, zeige „die Ideenlosigkeit der SJ im Burgenland“, meinen die beiden JVP-Landesgeschäftsführer Jörg Kocsis und Christoph Schmidt.

SJ-Vorsitzender Kilian Brandstätter wiederum hält für bedenklich, „dass das überparteiliche Landesjugendreferat nun als Institution der JVP bezeichnet wird“; die schwarzen Kollegen nennt er „Partytiger“. Einig sind sich beide Seiten zurzeit wohl nur in einem: „Auf Kuschelkurs sind wir ganz sicher nicht.“