Erstellt am 18. Juni 2013, 02:08

Dönmez verteidigte Kritik an Erdogan-Anhängern. Der Grüne Bundesrat Dönmez hat im ORF seine Kritik an den Anhängern des türkischen Präsidenten Erdogan in Österreich verteidigt.

Zwar habe er seine Formulierung "überspitzt", "aber alle, die unseren demokratischen Grundwerten zuwiderlaufen und hier eine islamische Lebensform einführen wollen, die sollen das in ihrem Herkunftsland machen", sagte er. Erdogan Anhänger forderten Dönmez' Rücktritt. Dönmez warnte vor einem "verlängerten Arm" der türkischen Regierung in Österreich, wie es etwa der ebenfalls vom ORF eingeladene Fatih Köse, Sprecher der Plattform "Pro Erdogan", wäre. Der Grüne Bundesrat hatte sich anlässlich von Unterstützungserklärungen für Erdogan in Wien in der Gratiszeitung "Heute" dafür ausgesprochen, die Anhänger Erdogans in ihre Heimat zu schicken.

In Österreich würden gewisse Themen "ausgeblendet" bzw. nur der FPÖüberlassen, die diese dann für ihre eigenen Zwecke missbrauche. "Von wem man Lob bekommt, das kann man sich nicht aussuchen", meinte der Grüne. Es gebe hierzulande zahlreiche Gruppierungen, die als Vereine organisiert seien, aber die konservative islamisch geprägte Werthaltung hereinbrächten. Das sei aber in Österreich nicht erwünscht. Er selber bezeichnete sich als Menschen mit klar demokratisch geprägter säkularer Einstellung. Er werde nicht zurücktreten, sondern die Entscheidung über seine Zukunft der Landesversammlung der Grünen überlassen, so der oberösterreichische Politiker.

"Wir, die türkische Community, wollen dass Sie zurücktreten", forderte Fatih Köse, Sprecher von "New Vienna Turks". Auch viele Österreicher und viele Angehörige von Völkern vom Balkan würden Dönmez' Rücktritt fordern. Köse verteidigte das Vorgehendes des islamisch-konservativen Ministerpräsidenten Erdogan gegenüber den Demonstranten in der Türkei. Wenn eine Demonstration ihren Charakter nicht wahre, müsse "irgendwann Schluss sein", meinte er. "Die Regierung greift ein, aber human". Es habe zwar einige Tote gegeben, räumte er ein, aber die Polizeieinsätze seien auf "europäischem Niveau". Das Militär habe nicht eingegriffen.