Erstellt am 31. Juli 2011, 15:15

Dörfler schlägt Auflösung der Gewerkschaften vor. Der Kärntner Landeshauptmann Dörfler schlägt die Auflösung der Gewerkschaften in Österreich vor.

Im APA-Interview erklärte Dörfler, es sei sinnlos, zwei Arbeitnehmer-Organisationen um teures Geld weiterzubetreiben. Die Arbeiterkammern seien - da es hier ja die Pflichtmitgliedschaft gebe - prädestiniert dafür, die Arbeitnehmer zu vertreten. Auf diese Weise könne viel Geld gespart werden.

In Kärnten habe man in der Verwaltung durch die Schaffung von zehn Kompetenzzentren anstelle der bisherigen 20 Abteilungen deutlich effizientere Strukturen geschaffen. Dabei will es Dörfler aber nicht bewenden lassen: "Es geht nicht, dass die Personalvertretung Eigeninteressen vertritt und Reformen blockiert und verhindert." Dies müsse geändert werden, die Personalvertreter sollten die Mitglieder vertreten und nicht sich selbst.

Noch wichtiger sei es aber, die Parallelstrukturen Arbeiterkammer-Gewerkschaft zu bereinigen. Den Einwand, die Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft sei freiwillig, wies Dörfler zurück: "Zumindest im öffentlichen und halböffentlichen Bereich wird man doch mit sanftem oder weniger sanftem Druck zum Beitritt gezwungen." Eine Abschaffung bzw. Fusion der Gewerkschaft mit der Arbeiterkammer würde den Arbeitnehmern viel Geld sparen.

Ebenso gehörten die Parallelstrukturen im Sportbereich abgeschafft. "Drei Dachverbände gibt es in keinem anderen Land der Welt, das ist vollkommen lächerlich", sagte Dörfler.

Die Reaktionen auf Dörflers Vorschlag ließen nicht lange auf sich warten: Vor allem im ÖGB lösten seine Forderungen Empörung aus. Das Ansinnen bedeute einen Bruch mit den Menschenrechten, warnte Vizepräsidentin Oberhauser. Auch in der SPÖ sorgte der Vorschlag für Wirbel, Bundesgeschäftsführer Kräuter ortete "große Nervosität" in der FPK. ÖVP-Generalsekretär Rauch übte scharfe Kritik: "Anstatt über die Auflösung von Gewerkschaften nachzudenken, sollte sich lieber die FPK auflösen." Auch die Grünen, die FPÖ und das BZÖäußerten Kritik.