Erstellt am 08. Mai 2012, 11:20

Dorner für Wechselberger als Ärztekammerpräsident. Der scheidende Präsident der Wiener und der Bundes-Ärztekammer, Walter Dorner, wünscht sich auf Bundesebene seinen bisherigen Stellvertreter Artur Wechselberger als Nachfolger, der als Tiroler Präsident einstimmig wiedergewählt worden ist.

Die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten Thomas Szekeres zum Wiener Ärztekammer-Präsidenten sei eine "demokratische Entscheidung", die "zu akzeptieren" sei.

Dass nicht der von ihm vorgeschlagene Johannes Steinhart von seiner ÖVP-nahen Liste gewählt wurde, sieht Dorner nicht als persönliche Niederlage. Im Gespräch mit der APA bot Dorner dem neuen Wiener Präsidenten Zusammenarbeit und Unterstützung an.

Wie die Wahl seines Nachfolgers bei der Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer am 22. Juni in Bregenz ausgehen wird, darüber traut sich Dorner keine Prognose zu. Wünschen würde er sich aber seinen bisherigen Vize Wechselberger. Dieser habe bisher "exzellente" Arbeit gemacht, sei ein "guter Netzwerker" und genieße "hohes Ansehen auch in der Politik", streute Dorner dem Tiroler Rosen. Als mögliche weitere Kandidaten waren zuletzt aber auch die Präsidenten Oberösterreichs und Niederösterreichs, Peter Niedermoser und Christoph Reisner, genannt worden.

Dass Dorner mit seinem Vorschlag für seinen Nachfolger in Wien, Johannes Steinhart, nicht erfolgreich war, nimmt er nicht tragisch. Auch, dass erstmals ein Sozialdemokrat die Wiener Kammer führt, ist für ihn kein Beinbruch. Es sei "kein Weltuntergang" und "es schweben auch keine Racheengel über uns", sagte Dorner, der Szekeres seine Zusammenarbeit anbietet. Der neue Präsident werde es auch angesichts der vielen verschiedenen Gruppierungen in der Vollversammlung schwer genug haben. "Ich werde helfen, wo ich kann", versicherte Dorner.

Er glaubt, dass man eine gute gemeinsame Arbeitsbasis finden werde, wenn sich die Wogen geglättet haben. Dies sei auch notwendig, weil die Ärztekammer nur dann erfolgreich sein könne, wenn sie als Einheit auftritt. "Da müssen persönliche Dinge in den Hintergrund treten." Für die Polarisierungen im Wahlkampf macht Dorner nicht Szekeres verantwortlich, sondern "Neuzuwanderer aus Niederösterreich". Damit spielt er auf Reisner an, der zusätzlich mit einer eigenen Liste auch in Wien angetreten ist.

Gesundheitsminister Stöger beurteilte die Wahl eines roten Präsidenten in der Wiener Kammer am Dienstag neutral. "Ich kann mit jedem gut zusammenarbeiten, den die Ärzte wählen", sagte er am Rande des Ministerrats.