Erstellt am 20. Januar 2016, 06:33

von Bettina Eder

Doskozils Marsch nach Wien. Der burgenländische Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil wird am 26. Jänner zum Verteidigungsminister angelobt.

Krisensicher. Durch sein souveränes Auftreten wurde Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil »ministrabel«. Foto: Müllner  |  NOEN, Werner Müllner
„Also ich hoffe, dass wir in Zukunft noch besser bewacht werden“, scherzte „sein“ Bürgermeister, der Grafenschacher Richard Loidl. Die südburgenländische Gemeinde bekommt jetzt mit Hans Peter Doskozil, der dort ebenfalls die Gemeinderatsbank gedrückt hat, einen Verteidigungsminister.

Doskozil war seit 2012 der burgenländische Polizeidirektor, seine Polit-Karriere hat mit dem vielgelobten Krisenmanagement in der Flüchtlingskrise und vor allem mit dem tragischen Todes-LKW auf der A4 einen besonderen Turbo bekommen.

Was er speziell als Burgenländer einbringen wird? „Gemeinsam an einer Lösung arbeiten, statt sich alles über die Medien ausrichten zu lassen. Miteinander reden können, das ist durchaus ein burgenländischer Zug“, so Doskozil.

An seine eigene Zeit beim Heer kann er sich noch lebhaft erinnern. „Beim Heer hab ich das Marschieren gelernt. Ich war in Pinkafeld stationiert. Und da haben sie uns um drei in der Früh auf den Hochwechsel raufgeschickt. Das und die damit verbunden Krämpfe werde ich nie vergessen“, schmunzelt er.

Ende des Monats – Angelobung soll voraussichtlich am 26. sein – kehrt er nun als politischer Chef des Heeres zurück. Mit ihm werden unter anderem Helmut Marban und Gerald Pangl aus der Pressestelle der Polizei sowie Michael Schmickl, Sportreferent aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Niessl nach Wien wechseln.


Stimmen zur Bestellung

„Bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise in Nickelsdorf hat sich Hans Peter Doskozil beeindruckend geschlagen. Doskozil ist der richtige Mann zur richtigen Zeit. “, Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ).

„Wir werden einmal schauen, wie er sich macht. Jedem muss man einmal eine Chance geben. Dennoch ist es sehr schade, dass er sich als Landespolizeidirktor anfänglich gegen meine Grenzkontrollen ausgesprochen hat. Wenn man diese schon damals schon umgesetzt hätte, dann hätten wir uns in der Flüchtlingskrise viel erspart“, so Landeshauptmannstellvertreter und Sicherheitslandesrat Hans Tschürtz (FPÖ).
„Ich habe große Hoffnung, dass Hans Peter Doskozil den Zugang und die Haltung, die er im Management der Flüchtlingssituation gezeigt hat, in die Arbeit der Bundesregierung einbringt: Sich zuerst selbst ein Bild machen, mit Fachleuten und Betroffenen zusammenarbeiten, abwägen und dann lösungsorientiert handeln“, so die Grüne Landessprecherin Regina Petrik.

„Hans Peter Doskozil ist nicht nur neuer Verteidigungsminister, sondern auch neuer Sportminister. Wir sind davon überzeugt, dass er Managerqualitäten auch in diesem Bereich gewinnbringend einsetzen wird – mögen der österreichische und auch der burgenländische Sport vom neuen Ressortchef für Landesverteidigung und Sport profitieren“, so ASKÖ-Präsident Christian Illedits.

„Ich wünsche ihm alles Gute, es wird für ihn nicht einfach werden, aber schlechter als Norbert Darabos kann er es sicher nicht machen“, so ÖVP-Landesparteiobmann udn Landtagsabgeordneter Thomas Steiner.

„Ich wünsche Hans Peter Doskozil als Verteidigungsminister als Gute und viel Erfolg. Er ist der richtige Mann für diesen Job - er hat bewiesen, wie man selbst in Krisensituationen kühlen Kopf bewahrt und ausgezeichnete Managementarbeit leistet“, so LBL-Chef Manfred Kölly.
 

BVZ.at hatte berichtet: