Erstellt am 12. Februar 2013, 14:22

Drogen-Haartests: Mikl will Pilotprojekte bis Jahresende evaluieren. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (V) versteht die Aufregung um die von ihr angekündigten Pilotprojekte zu Haaranalysen für den Nachweis von Drogenkonsum nicht ganz.

Es gehe schließlich um die Frühintervention sowie um die Verkehrssicherheit. Die Pilotprojekte in drei Bundesländern sollen in Kürze starten und bis Jahresende könnte eine Evaluierung vorliegen.

Harnanalysen würden wesentlich mehr Unschärfen zeigen und viele Drogenpräparate nicht messen. Haartests hingegen wären wesentlich präziser und würden weniger in die Grundrechte eines Menschen eingreifen, zeigte sich Mikl-Leitner  überzeugt.

Derzeit bereiten Experten Pilotprojekte in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich vor, an eine Flächendeckung wird zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gedacht. Laufen sollen die Projekte so lange, bis man valide Daten für eine Evaluierung hat. "Ich hoffe, dass wir bis Ende des Jahres Ergebnisse haben", so die Ressortchefin.

Ihr gehe es darum, "jungen Menschen aus der Drogenspirale zu helfen", mehr im Bereich der Frühintervention zu investieren, um effiziente Kontrolluntersuchungen und darum, "weg von einer Substitutionsbehandlung hin zu einer früher greifenden Therapie" zu kommen. Zudem soll die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Die Haaranalyse soll nicht nur bei Jugendlichen durchgeführt werden, denn Alkohol und Drogen würden quer durch die Generationen konsumiert: "Es geht in keinster Weise ums Vernadern, sondern darum, Drogenkranken rechtzeitig zu helfen und zweitens, Maßnahmen zu setzen für mehr Verkehrssicherheit."

Über die Kosten für die Pilotprojekte gab die Ministerin keine Auskunft, sie würden sich jedoch "im Rahmen" bewegen und vom Budget abgedeckt. "Die Harntests kosten ja auch. Mir geht es um die Zuverlässigkeit und um Menschenleben." Auch Kritik, wonach die Haartests nicht ausgereift seien, lässt Mikl-Leitner nicht gelten. Sie verlasse sich hier auf Experten, die Haartests "wesentlich klarerer Ergebnisse" attestieren. Um das zu dokumentieren, gebe es nun die Pilotprojekte.

Sie zeigte sich zuversichtlich, dass diese klar den Sinn der Haaranalysen bestätigen werden und es dann auch vom Koalitionspartner "ein klares Ja" dazu gibt: "Ich glaube, es kann keiner etwas dagegen haben, wenn man sich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und ein Mehr an Therapien einsetzt."

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim hatte allerdings zuletzt verärgert auf Mikl-Leitners Idee reagiert und sich gegen einen "Generalverdacht" gegen Jugendliche ausgesprochen. Er zeigte sich auch skeptisch, dass Haartests einwandfreie Ergebnisse liefern.