Erstellt am 17. Januar 2013, 07:27

Ehemalige Generäle werben für Wehrpflicht. 20 ehemalige Spitzenrepräsentanten des Bundesheeres rufen in einem Offenen Brief die Bevölkerung dazu auf, für die Beibehaltung der Wehrpflicht zu stimmen.

Das Schreiben trägt den Titel "in begründeter Sorge" und warnt vor einer "Leistungsbeeinträchtigung" bei einem Umstieg auf ein Berufsheer.

Die Generäle schreiben darin, dass die in Zukunft erforderlichen Leistungen wie Schutz kritischer Infrastruktur oder Hilfe bei Katastrophen größeren Umfanges "nur im Rahmen der allgemeinen Wehrpflicht erbracht werden können". "Wir sind in Sorge, dass durch einen Übergang zu einem Berufsheer eine wesentliche Leistungsbeeinträchtigung des Bundesheeres herbeigeführt würde", heißt es in dem Papier, das u.a. von den ehemaligen Generaltruppeninspektoren Karl Majcen und Horst Pleiner, dem letzten Armeekommandanten, Johann Philipp, früheren Korpskommandanten, mehreren ehemaligen Sektionsleitern und Militärkommandanten unterzeichnet ist.

Die Erfahrungen aus der Geschichte seit den Anfängen der Republik Österreich und die Erkenntnisse über die Entwicklungen von Berufsarmeen in Europa würden darauf hinweisen, "dass diese Art eines Wehrsystems nicht für jedes Land nachahmenswert ist und unter normalen Umständen kaum - und dann oft nur zu spät - rückgängig gemacht werden kann".

"Unser Mahnruf ist kein Votum für eine Partei! Wir fühlen uns nach wie vor an unser Gelöbnis gebunden, der Sicherheit und dem Schutz unserer Bürger zu dienen", so die Generäle. "Wir rufen daher unsere Bürgerinnen und Bürger auf, die Volksbefragung als Grundsatzentscheidung für das Wohl unseres Landes zu sehen, daran teilzunehmen und für die Beibehaltung der Wehrpflicht zu stimmen."