Erstellt am 02. Juni 2016, 13:16

von APA/Red

Ein Jahr Bibermanagement: 35 Konfliktfälle betreut. Im April 2015 ist im Burgenland das Bibermanagement ins Leben gerufen worden.

Besonderes Kennzeichen des Biber ist sein Schwanz, die Kelle.  |  NOEN, Sokolov Alexey/shutterstock.com
Am Donnerstag haben die Verantwortlichen nach einem Jahr Bilanz gezogen: Insgesamt wurden 35 Konfliktfälle in 29 Gemeinden betreut, sagte Astrid Eisenkopf (SPÖ), Landesrätin für Naturschutz bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Konkret geht es dabei darum, zwischen Mensch und Tier zu vermitteln.

Der Biber sei über 100 Jahre lang im Burgenland verschwunden gewesen, erläuterte Clemens Trixner vom Bibermanagement. Seit einiger Zeit ist er wieder hier und sorgt mancherorts für Probleme. "Die Mensch-Biber-Konflikte, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben, sind eine relativ neue Erscheinung", sagte Naturschutzexperte Andreas Ranner. "Diese Konflikte sind jetzt dadurch entstanden, dass einfach der Biber wieder da ist, sein Lebensraum aber stark verändert wurde, er sich aber anpasst und versucht, sich den Lebensraum, wie er ihn quasi kennt, wieder zu schaffen."

Zielführende Lösung für Mensch und Tier

Wichtig sei es nun, zielführende Lösungen für Mensch und Tier zu finden, sagte Eisenkopf. Hier gebe es eine stufenweises Vorgehen bei den Konfliktlösungen. Zunächst stehe die Prävention mit Information und Aufklärung sowie lokalen Einzelmaßnahmen an oberster Stelle. Stufe zwei würde einen Eingriff in den Lebensraum mit der Dammentfernung bedeuten. Und erst Stufe drei hieße Eingriff in die Population mit Fallenfang und Tötung, erläuterte die Landesrätin.

Im Zuge des Bibermanagements werden die Gemeinden an Ort und Stelle beraten und zwischen Betroffenen und Behörden vermittelt, berichtete Trixner. Hier geht es auch um Rechtliches. "Jeder Konfliktfall ist auch naturschutzrechtlich zu prüfen, ob hier eine Genehmigung erteilt werden kann", sagte Ranner. "Wir wollen jeden Konflikt ernst nehmen und prüfen, welche Lösungen hier möglich sind - zum Wohle des Menschen, aber auch um den Biber zu erhalten", sagte der Naturschutzexperte.

Die "Erfolgsgeschichte" Bibermanagement Burgenland soll laut Landesrätin Eisenkopf weiter fortgesetzt werden. Für die Zukunft seien weitere Vorträge und Workshops in Planung.