Erstellt am 08. Oktober 2013, 11:36

Eine Mio. Menschen in Österreich mit Leseproblemen. Fast eine Million Menschen in Österreich verfügt nur über eine geringe Lesekompetenz.

Das zeigt die erstmals durchgeführte OECD-Studie "Programme for the International Assessment of Adult Competencies" (PIAAC). Im internationalen Vergleich liegt Österreich beim PISA-Test für Erwachsene unter 24 Staaten im OECD-Durchschnitt. Bei PIAAC wurden die Kompetenzen von 16- bis 65-Jährigen in den Bereichen Lesen, Alltagsmathematik und Problemlösen im Kontext neuer Technologien getestet. Der Fokus lag dabei auf der Überprüfung von für Beruf und Alltag relevanten Schlüsselkompetenzen, so Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria, die PIAAC mit einer Stichprobe von rund 5.100 Personen in Österreich durchgeführt hat.

Insgesamt schnitten die Österreicher bei PIAAC durchschnittlich ab: Im Lesen erreichten sie einen Mittelwert von 269 Punkten, das ist leicht unter dem OECD-Schnitt (273). In der Mathematik kamen sie auf einen Mittelwert von 275 und damit leicht über den OECD-Schnitt (269). Bei PIAAC entspricht ein Unterschied von sieben Punkten einem Bildungsjahr. Beim Problemlösen lagen die Österreich-Werte praktisch genau im Schnitt.

Skandinavier haben die Nase vorn

Am besten schnitten Finnland, Schweden, Norwegen und die Niederlande ab. Diese Länder landeten in allen drei Testbereichen über dem OECD-Durchschnitt. Japan, Belgien (Flandern), Australien, Estland und Dänemark lagen in zwei Bereichen über dem Schnitt, Österreich, Tschechien, die Slowakei, Deutschland und Kanada in einem. In keinem Bereich besser als der OECD-Durchschnitt waren die Testleistungen in Großbritannien, Südkorea, Zypern, Frankreich, Italien, Spanien, den USA, Polen und Irland.

Laut den Ergebnissen verfügen in Österreich 17,1 Prozent der 16- bis 65-Jährigen über eine niedrige Lesekompetenz und sind dadurch mit möglichen Benachteiligungen in Beruf und Alltag konfrontiert. Diese Gruppe lässt sich nochmals differenzieren: Bei 1,8 Prozent waren die Lese- und Sprachfähigkeiten zu gering, um überhaupt an PIAAC teilzunehmen. 2,5 Prozent konnten höchstens konkrete einzelne Informationen in kurzen Texten identifizieren, bei ihnen war das Verständnis für Satzstrukturen nur in geringem Ausmaß vorhanden.

Männer schnitten in allen drei Kompetenzbereichen besser als Frauen ab. Weitere Ergebnisse: Personen mit höherem Bildungsabschluss erreichten erwartungsgemäß auch ein höheres Kompetenzniveau, Erwerbstätige erzielten bessere Ergebnisse als Arbeitslose und Nicht-Erwerbspersonen.