Erstellt am 23. Januar 2013, 11:52

Einige Orte überraschten. Tops und Flops | „ÖVP-Hochburg“ Schachendorf mit 54,7 Prozent für das Berufsheer. Spitzenreiter „Pro Wehrpflicht“ war Dt. Schützen. Rotenturm mit den meisten Berufsheer-Fans.

BEZIRK | Der Bezirk ist Sinnbild für das gesamte Burgenland. Mit einem Ergebnis von 49,4 Prozent für das Berufsheer und 50,6 Prozent für die Wehrpflicht war das Ergebnis im Bezirk deckungsgleich mit jenem im Land – nur die Beteiligung war mit 54,6 Prozent etwas schwächer (Burgenland: 57,4 Prozent).

„ÖVP-Hochburg“ ist für das Berufsheer

Überraschend fiel das Ergebnis in der normalerweise als „ÖVP-Hochburg“ titulierten Gemeinde Schachendorf, dem Wohnort von Landesrätin Michaela Resetar, aus. 54,7 Prozent der Bürger stimmten für das SPÖ-Modell von Berufsheer und sozialem Jahr. „Vielleicht haben wir nicht so gut mobilisieren können, wie in anderen Gemeinden“, mutmaßt die ÖVP-Bezirkschefin.

„Andererseits wurden bei uns aber auch viele Wahlkarten ausgestellt – und die werden ja nicht dem Gemeindeergebnis zugerechnet.“ Neben Schachendorf gibt es aber noch weitere ÖVP-Gemeinden, die für das Berufsheer waren: Oberdorf (57 Prozent) und Markt Allhau (55,4 Prozent) gehören zu den drei „gallischen ÖVP-Dörfern“. „Wir haben keine Wahlempfehlung abgegeben“, meint dazu etwa Allhaus Ortschef Hermann Pferschy. „Ich bin der Meinung, dass speziell bei Volksbefragungen jeder seine Meinung ohne politischen Druck kundtun soll – so wie jeder das für richtig hält.“ Und Oberdorfs ÖVP-Bürgermeister Josef Lorenz meint gar, dass „wir eine rote Gemeinde betrifft, was Entscheidung auf Bundesebene anbelangt“.

Etwas weniger überraschend aber dennoch bemerkenswert ist das Ergebnis in der „Kasernenstadt“ Pinkafeld: Als einzige SPÖ-regierte Gemeinde befindet es unter den Top Ten der Wehrpflicht-Befürwortergemeinden. „Das Ergebnis ist für mich nicht sonderlich überraschend“, sagt dazu Stadtchef Kurt Maczek (SPÖ). Auch in Oberwart, dem zweiten Kasernenstandort im Bezirk, fiel die Zustimmung für die Wehrpflicht mit 54 Prozent deutlich aus.
Die mit Abstand höchste Wahlbeteiligung gab es Unterkohlstätten: Etwas mehr als zwei Drittel der Bürger gingen zur Volksbefragung.