Erstellt am 17. April 2013, 14:28

Einkommens-Transparenz mit Tücken. Zwar kommen der Großteil österreichischer Betriebe der Informationspflicht nach dem neuen Einkommens-Transparenz-Gesetz nach, wie viel die Bewerber aber tatsächlich erwartet, geht bei 60 Prozent der Unternehmen nicht hervor.

Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer. Auch Frauenministerin Heinisch-Hosek sieht Verbesserungsbedarf, vor allem bei den Klein- und Mittelbetrieben.

Analysiert wurden von der AK 5.156 Stellenanzeigen in "Krone", "Kurier", "Presse" und "Standard" sowie 973 Annoncen auf Internet-Jobbörsen, und zwar in den Monaten Februar und März. Von den Inseraten in den Zeitungen enthielten 87 Prozent Gehaltsangaben.

Die erhoffte Einkommenstransparenz bringe das aber nicht, meinte AK-Präsident Kaske. So seien beispielsweise in 62 Prozent der Inserate von Großbetrieben keine Informationen zu Ist-Gehältern, sondern nur Gehalt laut Kollektivvertrag mit dem Zusatz, je nach Qualifikation und Erfahrung mehr zu bezahlen, angegeben worden. Das ist freilich gesetzeskonform.

Kaske forderte, das Gesetz nachzuschärfen: "Um echte Einkommenstransparenz zu erreichen, muss das Ist-Gehalt bzw. eine Bandbreite der möglichen Bezahlung im Stelleninserat stehen." Die Transparenz in den Jobinseraten soll Frauen zu einer realistischen Einschätzung ihrer Verdienstmöglichkeiten verhelfen und so die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern verringern.

Frauenministerin Heinisch-Hosek zeigte sich zwar erfreut, dass die Unternehmen überwiegend der Verpflichtung nachkommen, in Stellenanzeigen das zu erwartende Mindestgehalt anzugeben - "das Gesetz wirkt". Doch auch sie sieht noch Verbesserungsbedarf, vor allem bei den Klein- und Mittelbetrieben.