Erstellt am 11. April 2013, 11:43

Einkommensbericht für kleinere Firmen gefordert. Frauenministerin Heinisch-Hosek hat am Donnerstag beim ÖGB-Bundesfrauenkongress ihre Positionen bei den Themen Teilzeitarbeit, Einkommenstransparenz und Pensionen bekräftigt.

So sollten etwa auch kleinere Firmen als bisher Einkommensberichte vorlegen. Donnerstagmittag wird Sabine Oberhauser zur neuen ÖGB-Frauenvorsitzenden gewählt.

Beim Thema Gehälter verwies die Ministerin auf bereits Erreichtes wie die verpflichtenden Einkommensberichte für Unternehmen, die mittlerweile gut funktionierende Gehaltsangabe in Stellenanzeigen und den jüngst aktualisierten Gehaltsrechner. Die Einkommensberichte sollten auch für kleinere Betriebe als bisher gelten - auch eine Forderung der ÖGB-Frauen, so die SPÖ-Frauenvorsitzende.

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, pocht sie auf eine Umgestaltung der Familienförderung. Würden die Steuerleistungen "zusammengekürzt", stünden Millionen für die flächendeckende Kinderbetreuung zur Verfügung, erklärte Heinisch-Hosek. Gespräche mit dem Koalitionspartner starteten bereits: "Ich hoffe, dass wir noch vor dem Sommer den nächsten Schritt setzen können."

"Wir können sehr stolz sein, dass wir bei der Erwerbsquote einiges über dem EU-Schnitt sind. Der Wermutstropfen ist für mich aber, dass die hohen Erwerbsquoten durch exorbitant hohe Teilzeitquoten zustande kommen", so die Ministerin. Teilzeitarbeit sei nicht "falsch", allerdings würden viele nur das angeboten bekommen. Dass sich Unternehmen dadurch Lohnkosten ersparen wollen, "das will ich der Wirtschaft nicht unterstellen", so Heinisch-Hosek.

Zum Thema Ruhestand hielt sie fest, dass es mit ihr keine frühere Angleichung des Frauenpensionsalters geben werde. Die Ministerin ortet außerdem eine "realistische Chance" für eine sechste Urlaubswoche und wünscht sich hierzu eine "tabulose Debatte". Sie bekräftigte auch die ÖGB-Idee einer Arbeitsmarktabgabe für Überstunden.