Erstellt am 11. November 2014, 14:08

von APA/Red

Ökumenisches Treffen beim Martinsfest. Ein Zeichen ökumenischer Verbundenheit haben hochrangige Vertreter der katholischen und orthodoxen Kirche am Dienstag anlässlich des Martinsfestes in Eisenstadt gesetzt.

Patriarch Bartholomaios I., Dr. Ägidius J. Zsifkovics.  |  NOEN, Franz Josef Rupprecht (Rupprecht@kathbild.at)
Beim Festgottesdienst dankte der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., der Diözese Eisenstadt für die Mithilfe bei der Errichtung des ersten orthodoxen Klosters in Österreich.

Patriarch: "Großer Schritt" zur Einheit der Christen

Bartholomaios sprach von einem "historischen Tag" und einem "großen Schritt" in Richtung Einheit der Christen. Die Zusammenarbeit mit der Römisch-katholischen Kirche, die sich in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt habe, schaffe beste Voraussetzungen für das gegenseitige Verständnis aller Christen und die gegenseitige Annäherung sowie für die gemeinsame Bekämpfung neu auftauchender Probleme der Gegenwart, etwa die Verfolgung der Christen, vor allem im Mittleren Osten.

"Trotz der scheinbaren Freiheit, der Entfaltung der Würde der sogenannten Menschenrechte, der Religionsfreiheit und der Identität des Menschen kommt es in den letzten Jahre zum irrationalen Auftreten des religiösen Fanatismus, zu Intoleranz, zu Leiden aufgrund mangelnder Bruderliebe und zu Rachegelüsten", sagte Bartholomaios. Die Verantwortung der Christen sei sehr groß.

"Kein intellektueller, sondern ein spiritueller Prozess"

Kurienkardinal Kurt Koch überbrachte eine Grußbotschaft von Papst Franziskus. Dass die Diözese ein Stück Land für die Klostergründung zur Verfügung gestellt habe, sei ein wunderbarer Ausdruck ökumenischer Zusammenarbeit. Damit komme einmal mehr jene Brückenfunktion zu den Völkern Osteuropas zum Ausdruck, die Papst Johannes Paul II. der Diözese Eisenstadt bei seinem Pastoralbesuch 1988 ans Herz gelegt habe.

Der offizielle theologische Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche habe noch viele Herausforderungen zu bestehen, sagte Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics. Man dürfe dabei nicht vergessen, dass die sichtbare Einheit in erster Linie nicht durch Debatten und Konsenspapiere erreichbar sei. Die Einheit der Christen sei "kein intellektueller Prozess, sie ist ein spiritueller Prozess."

Im Rahmen des Festgottesdienstes wurde auch die Stiftungsurkunde für das Kloster verlesen, das in St. Andrä am Zicksee entstehen soll und dem Bartholomaios bei seinem Burgenland-Aufenthalt einen Kurzbesuch abstattet. Von Mitgliedern der Pfarre bekam der Ökumenische Patriarch eine Kopie jener Andreas-Statue überreicht, die sich in der Pfarrkirche befindet.

BVZ.at hatte im Vorfeld des Besuchs berichtet: