Erstellt am 08. Juni 2011, 16:56

Eklat im EU-Parlament: Strache zeigte Nerven. FPÖ-Chef Strache hat im EU-Parlament für einen Eklat gesorgt. Eine Frage des ORF an die Vorsitzende der französischen Front National, Marine Le Pen, quittierte der österreichische Politiker mit dem Wort "Nestbeschmutzer".

FPÖ-Chef Strache hat im EU-Parlament für einen Eklat gesorgt. Eine Frage des ORF an die Vorsitzende der französischen Front National, Marine Le Pen, quittierte der österreichische Politiker mit dem Wort "Nestbeschmutzer". Le Pen wurde gefragt, was sie davon halte, wenn zuletzt einige FPÖ-Politiker nicht an einer Abstimmung über die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft für Hitler teilnehmen wollten.

Marine Le Pen meinte dazu, sie habe das Gefühl, dass Hitler immer dann ins Spiel komme, wenn es keine anderen Argumente mehr gebe. Die Pressekonferenz artete fast aus, als auch FPÖ-Generalsekretär Vilimsky nach Ende der Veranstaltung lautstark seinen Chef verteidigte.

Strache nannte die Fragestellung "unfassbar, schäbig" und damit werde "bewusst ein falsches Bild" der FPÖ dargestellt. "Weil Hitler in Österreich seit 1945/46 in keiner Stadt mehr Ehrenbürger ist. Denn rechtlich ist durch den Tod die Ehrenbürgerschaft automatisch erloschen" und durch einen alliierten Beschluss sei Kriegsverbrechern wie dem Massenmörder Hitler eine solche persönliche Ehrenbürgerschaft aberkannt worden. Der FPÖ-Chef hielt dem ORF-Journalisten vor, "wider besseres Wissen Nestbeschmutzung zu betreiben".

Auf die Frage eines "Standard"-Journalisten, ob es möglich sei, Fragen in einem moderaten Ton zu stellen und beantwortet zu bekommen, zeigte sich wiederum Le Pen nicht gerade erbaut. "Wir brauchen uns tatsächlich hier keinerlei Lektionen" geben lassen, "wie wir uns ausdrücken. Ich bin ins Europaparlament gewählt. Wir wollen nur keine Fragen, die uns angreifen."

Inhaltlich wiederholten beide Politiker ihre bekannten Standpunkte über den EU-Moloch, die Euro-Krise, die ein "Gefährdungsprojekt" darstellten, sowie über das Scheitern der Europäischen Union bei der Migration.