Erstellt am 31. Dezember 2013, 08:03

ELGA-Portal startet am 2. Jänner. Das Portal zur Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) nimmt am Donnerstag, den 2. Jänner 2014, im Laufe des Tages seinen Betrieb auf.

Wer über eine Bürgerkarte bzw. Handysignatur verfügt, kann ELGA dann via www.gesundheit.gv.at ausprobieren. Einzige verfügbare Option ist vorerst der Widerspruch zur Teilnahme, Befunde werden erst ein Jahr später abrufbar sein. Wer sich Sorgen um seine Daten macht, kann sich auch schriftlich abmelden, telefonische Auskünfte dazu gibt es (österreichweit zum Ortstarif) unter 050/124 4411. Administriert wird der Ausstieg, der sogenannte "Opt out", von der mit Jahresbeginn startenden Widerspruchsstelle beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger. In die Krankenkasse gehen und sich dort persönlich abmelden ist dagegen nicht vorgesehen. Ab Herbst 2014 sollen auch ELGA-Ombudsstellen zur Verfügung stehen.

Skepsis bei Ärztekammer

Die Ärztekammer hat sich unterdessen einmal mehr kritisch zu dem System geäußert: "Ich hoffe, die ELGA-Betreiber setzen in den kommenden Monaten alles daran, das für Ärzte derzeit noch völlig unbrauchbare System zu verbessern", sagte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, in einer Aussendung. Es sei "keine Frage, dass elektronischer Datenaustausch die Behandlungsabläufe gerade im Spital unterstütze", ELGA würde "im aktuellen Zustand" die Arbeit der Ärzte allerdings "eher behindern". Das größte Problem sei die "unzumutbar umständliche" Suchfunktion, so Wechselberger.

Die Ärztekammer ist überdies von der Ankündigung von Gesundheitsminister Stöger (SPÖ), die Wartezeiten für Patienten verkürzen zu wollen, wenig überzeugt. Wechselberger erklärte, die Verpflichtung zur Transparenz bei den Wartezeiten sei ja schon seit 2011 Bundesgesetz: "Die Darstellung der Wartezeit hat mit der Verkürzung ja überhaupt nichts zu tun."

Wartezeiten-Verkürzung gefordert

Wechselberger fordert von der neuen Bundesregierung konkrete Schritte zur Verkürzung von Wartezeiten - und zwar sowohl im Spitals- wie auch im niedergelassenen Bereich.

"Die Aufgabe der Gesundheitspolitik wäre es, diese Wartezeiten zu verkürzen, das Operations-Angebot zu erweitern - von der Kapazität her." Außerdem müssten Leistungen im niedergelassenen Bereich "erbringbar" gemacht werden, Wechselberger fordert hier etwa die Umsetzung der Schaffung von 1.000 Planstellen.

"Selbstverständlich" müsse man dafür mehr Geld in die Hand nehmen, sagte der Ärztekammer-Präsident. "Man muss Ressourcen bereitstellen, man muss das pflegerische und ärztliche Personal von unnötigen administrativen Aufgaben freispielen", und weitere Kapazitäten im niedergelassenen Bereich schaffen, um die Krankenhäuser zu entlasten.

Das Ziel müsse sein, nicht nur eine Liste zu führen, "wie lange ich wo warten muss" - denn dies halte er "für bescheiden". Vielmehr müsse die Frage lauten: "Wann ist diese Warteliste gegen Null geschrumpft - und welche Maßnahmen muss ich dazu setzen".