Erstellt am 06. August 2011, 05:09

Ende des Krankenkassen-Massenversands ab 2013. Die Gebietskrankenkassen wollen bei den schriftlichen Leistungsnachweisen für die Patienten künftig einsparen. Heuer und nächstes Jahr werden noch Millionen Briefe an die Krankenversicherten verschickt. Dann muss man sich allerdings entscheiden, ob man das Infoblatt weiter per Post erhalten oder - so wie es bereits jetzt möglich ist - die Leistungsaufstellung online nachlesen möchte.

Die Gebietskrankenkassen wollen bei den schriftlichen Leistungsnachweisen für die Patienten künftig einsparen. Heuer und nächstes Jahr werden noch Millionen Briefe an die Krankenversicherten verschickt. Dann muss man sich allerdings entscheiden, ob man das Infoblatt weiter per Post erhalten oder - so wie es bereits jetzt möglich ist - die Leistungsaufstellung online nachlesen möchte.

Der Hauptverband der Sozialversicherung rechnet allein bei den Portokosten mit einer Ersparnis von rund zwei Mio. Euro. Im August und September flattern den Krankenversicherten jedes Jahr die Information mit den Leistungsnachweisen in den Briefkasten. Insgesamt werden laut Hauptverband jährlich 6,3 Millionen davon versandt, die Portokosten hierfür belaufen sich auf rund drei Mio. Euro. Die Briefe werden 2011 und auch noch 2012 geschickt.

Im Hauptverband geht man davon aus, dass rund ein Drittel der Österreicher den Leistungsnachweis weiterhin per Post erhalten möchten. Auf Basis dieser Annahme erwartet man bei den Portokosten eine Ersparnis von rund zwei Mio. Euro. Zur Kasse bittet man jene, die die Aufstellung weiterhin auf Papier bekommen wollen, übrigens nicht extra. Jeder Versicherte verfügt über ein Leistungskonto, das bereits jetzt mittels zertifizierter E-Card jederzeit abgerufen werden kann.

Verschickt werden die Infobriefe seit 2004 von den Gebietskrankenkassen. Darin finden sich sämtliche im Jahr davor in Anspruch genommenen medizinischen Leistungen von den Medikamentenkosten über Krankentransporte und Arzthonorare bis hin zu Psycho- oder Physiotherapie. Die von den Versicherten geleisteten Beiträge werden nicht angeführt, diese finde man am Gehaltszettel, hieß es.

Ziel der im Jahr 2000 per Gesetz beschlossenen Maßnahme: Durch mehr Transparenz sollte das Kostenbewusstsein bei Patienten und Vertragspartnern erhöht werden. Der ÖVP dienten die Leistungsnachweise stets als Argument für das von ihr forcierte "Transferkonto". In "Transparenzdatenbank" unbenannt, harrt dieses Lieblingsprojekt von Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll bis heute seiner endgültigen Umsetzung.