Erstellt am 10. April 2013, 13:01

Energie Burgenland klagt Simandl auf 2,8 Mio.. Die Affäre rund um den früheren BEGAS-Vorstand Rudolf Simandl wird nun auch ein Fall für den Zivilrichter: Die Energie Burgenland als Rechtsnachfolger der BEGAS klagt den Ex-Manager auf 2,8 Mio. Euro Schadenersatz.

BVZ, Energie Burgenland
Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in einer Aussendung mit. "Oberstes Ziel ist es, jeden einzelnen Euro, der unrechtmäßig dem Unternehmen entzogen wurde, zurückzuholen", hieß es darin.

Die Entscheidung, rechtlich gegen den früheren BEGAS-Chef vorzugehen, hatte der Vorstand der Energie Burgenland am Mittwoch entschieden. Ziel der Unternehmensführung sei es, den Schaden für den Energiedienstleister möglichst gering zu halten.

Man habe Simandl bereits vor einigen Monaten aufgefordert, den verursachten Schaden zu ersetzen. Dieser sei laut Energie Burgenland jedoch der Aufforderung nicht nachgekommen.

Die Klage wird damit begründet, dass es durch Simandl „unter Ausnützung seiner Vorstandsposition zu finanziellen Transaktionen zugunsten des Beklagten gekommen“ sei. Dadurch habe die BEGAS "Schäden beträchtlichen Ausmaßes" erlitten.

Ein Teil dieser Schäden sei Gegenstand der Klage auf 2,8 Mio. Euro. Dabei handle es sich um eine vorläufige Summe, hieß es mit dem Hinweis auf eine vom Vorstand beauftragte, derzeit laufende Prüfung der Auftragsvergaben in der BEGAS. "Sollten dabei weitere Schädigungen entdeckt werden, wird die Klage ausgeweitet", teilte die Energie Burgenland mit.

Simandl habe "zahlreiche Entlassungsgründe" gesetzt

Zu Details der Klage wollte man sich auf Anfrage nicht äußern. "Wir belassen es bei unserem Statement", so ein Sprecher des Unternehmens.

Laut Medienberichten habe Simandl bereits zwischen 2000 und 2005 "zahlreiche Entlassungsgründe" gesetzt, die erst jetzt im Zuge der Überprüfung entdeckt worden seien. Der Ex-Manager soll sich als BEGAS-Vorstand seine Bezüge laufend erhöhen haben lassen, obwohl es dafür keine vertragliche Grundlage gegeben habe. In diesem Zusammenhang soll er den Aufsichtsrat "bewusst falsch informiert" haben.

Simandl hatte nach Auffliegen der Affäre im Sommer 2012 über 500.000 Euro an die Energie Burgenland zurückbezahlt. Zur Aufklärung der Sachverhalte habe er allerdings laut Medien "in keiner Weise beigetragen".