Erstellt am 08. Mai 2013, 00:00

Energie wird billiger. „Strom-Rebellen“ / Energie Burgenland senkt Preise für Gemeinden und Vereine. Drei Bürgermeister setzen aber auf Alternativ-Anbieter.

»Starke Partner«: Die Energie-Burgenland-Vorstände Alois Ecker (l.) und Michael Gerbavsits (r.) mit Gemeindebund-Präsident Leo Radakovits (2.v.l.) und Gemeindevertreterverband-Chef Erich Trummer.  |  NOEN, Millendorfer
Von Wolfgang Millendorfer

Als „starke Partner“ präsentierten sich Energie Burgenland und die Gemeinde-Verbände von SPÖ und ÖVP in der Vorwoche: Im Zuge der alle zwei Jahre anfallenden Vertragsverlängerung einigte man sich auf eine Preisreduktion von fünf Prozent bei Strom und drei Prozent bei Erdgas. Dieselbe Ersparnis gibt es auch für die Vereine in den jeweiligen Gemeinden.

Kunden der Energie Burgenland sind aber „nur“ 168 der 171 Kommunen: In Großhöflein und Deutschkreutz haben die beiden LBL-Bürgermeister Wolfgang Rauter und Manfred Kölly Verträge mit anderen Anbietern abgeschlossen. Auch der ehemalige BEGAS-Aufsichtsrat Günter Toth setzt als ÖVP-Ortschef in Oberschützen – zumindest beim Strom – auf einen Mitbewerber.

Kölly und Rauter begründen ihren Entschluss mit mehreren tausend Euro Ersparnis und wollen „verkrustete Strukturen und Abhängigkeiten aufbrechen“. Sie meinen zugleich aber: „Das muss nicht heißen, dass es keine gemeinsamen Verträge mehr geben wird.“ In Sachen Netzversorgung und -ausbau muss man sich ohnehin auf die Energie Burgenland verlassen.

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„Dumping-Aktionen und Atomstrom“

Der zusätzliche Service und das Vertrauen in den heimischen Energieversorger werden vom roten Gemeindevertreterverband und vom schwarzen Gemeindebund als maßgebliche Punkte genannt: „Daran sollte man denken, wenn man sich mit Atomstromlieferanten auf kurzfristige Dumping-Aktionen einlässt“, heißt es.

Von einvernehmlichen Verhandlungen sprachen auch die beiden Energie-Burgenland-Vorstände Michael Gerbavsits und Alois Ecker. Die Ersparnis durch die aktuelle Einkaufssituation des Marktes habe man somit direkt an die Gemeinden weitergegeben. Den Ortschefs bleiben damit, laut Schätzung, insgesamt 400.000 Euro mehr für Investitionen.