Erstellt am 01. Juli 2011, 10:33

Energiegipfel in Wien gestartet. Bundeskanzler Faymann lädt am Freitag zu einem Energiegipfel ins Bundeskanzleramt. Regierungsmitglieder von SPÖ und ÖVP sowie Vertreter der E-Wirtschaft und Umweltschutzorganisationen diskutieren darüber, wie Österreich seine Abhängigkeit von Atomstrom verringern kann. Die Koalition hat sich ja zum Ziel gesetzt, dass Österreich ab 2015 unabhängig von Atomstrom sein soll.

Bundeskanzler Faymann lädt am Freitag zu einem Energiegipfel ins Bundeskanzleramt. Regierungsmitglieder von SPÖ und ÖVP sowie Vertreter der E-Wirtschaft und Umweltschutzorganisationen diskutieren darüber, wie Österreich seine Abhängigkeit von Atomstrom verringern kann. Die Koalition hat sich ja zum Ziel gesetzt, dass Österreich ab 2015 unabhängig von Atomstrom sein soll.

Es handle sich dabei "absolut um keinen PR-Gag", versicherte Wirtschaftsminister Mitterlehner vor Beginn des Treffens. "In wenigen Jahren wollen wir keinen Atomstrom mehr im Netz", bekräftigte er in der Früh vor Journalisten. Durch den Ausbau der Wasserkraft und das neue Ökostromgesetz sollten Österreichs Atomstromimporte - derzeit rund 3,3 TWh - ersetzt werden. Derzeit beträgt der Atomstromanteil etwa sechs Prozent.

Von Regierungsseite nehmen neben Kanzler Faymann, Vizekanzler Spindelegger, Wirtschaftsminister Mitterlehner, Sozialminister Hundstorfer, Infrastrukturministerin Bures sowie Umweltminister Berlakovich teil. Letzterer erwartet sich vom Gipfel einen "rot-weiß-roten Schulterschluss" für ein energieautarkes Österreich.

Der von vielen Experten geäußerten Kritik, dass es technisch wie wirtschaftlich unmöglich sei, Österreich innerhalb von so kurzer Zeit gänzlich von Nuklearenergie abzuschotten, hielt er entgegen: "Wenn wir sämtliche Energie im eigenen Land erzeugen, dann stimmt das jedenfalls, dass wir per saldo keinen Atomstrom brauchen." Man müsse die Potenziale der erneuerbaren Energien nutzen und auch Energie sparen. Für selbiges plädierte auch Bures: "Wir müssen in Europa mehr auf Energieeffizienz setzen", sagte sie.

Für Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber, der mit EVN-Boss Peter Layr die E-Wirtschaft vertritt, ist Versorgungssicherheit die oberste Priorität. Dass sich dann, wenn mehr auf Ökostrom gesetzt wird, Strom für den Endkunden verteuert, ist für ihn "die logische Konsequenz". Wirtschaftsminister Mitterlehner geht aber davon aus, dass es nicht mehr wird als die im Zuge der Ökostromgesetznovellierung veranschlagten Mehrkosten von 13 Euro für einen Haushalt. Derzeit zahlt ein durchschnittlicher Haushalt 35 Euro im Jahr für grünen Strom.

Umweltschutzorganisationen sowie die Grünen haben kurz vor dem Gipfel heftige Kritik geübt, ihnen geht alles zu langsam. Sie wollen, dass Österreich schon 2013 unabhängig von Atomstrom ist. Monika Langthaler von Brainbows jedenfalls hofft auf einen "konkreten Fahrplan puncto Energiewende", wie sie heute vor dem Gipfel deponierte.