Erstellt am 27. Januar 2013, 09:53

Entacher: Systemerhalter für Heer unverzichtbar. Das größte Ziel der geplanten Wehrpflicht-Reform ist die Reduktion der Funktionssoldaten.

Bei diesen "Systemerhaltern" muss allerdings unterschieden werden, zwischen solchen, die militärische Aufgaben erfüllen und solchen, die das nicht tun. Auf Kraftfahrer, Köche und Mechaniker kann man nicht verzichten. Sie leisten "wertvolle Arbeit", wie Generalstabschef Entacher betonte. Die Reduktion der Systemerhalter ist zum einen eine Kostenfrage, zum anderen braucht jede Armee Funktionssoldaten, denn sie erfüllen zu einem großen Teil militärische Aufgaben. Eine Reduktion der Funktionssoldaten um 70 Prozent, wie das die ÖVP gefordert hat, ist für Entacher "unrealistisch".Das Bundesheer wird etwa auf Kraftfahrer, Köche und Mechaniker nicht verzichten können. Auch die Wachsoldaten werden nicht zur Gänze ersetzt werden können.

Wichtiger ist daher die Frage, wie man es vermeidet, dass diese Rekruten Leerläufe haben. Die Qualität der Ausbildung hängt nicht zuletzt auch von der Qualität der Ausbildner ab. Dieser Punkt ist in der Debatte bisher allerdings unbeachtet geblieben. Und es gibt noch einen weiteren Aspekt: Viele Grundwehrdiener sichern sich - auch durch Intervention - bewusst einen Job als Systemerhalter, um nicht "im Gatsch" zum Kampfsoldat ausgebildet zu werden.

Die größte Reduktion von Funktionssoldaten erwartet Entacher allerdings durch eine Reduktion der Einrückungstermine von elf auf vier oder fünf. "Das ist der stärkste Hebel." Man werde aber "alle Bereiche durchforsten" nach Möglichkeiten, Funktionssoldaten einzusparen.

Jährlich rücken zwischen 22.000 und 24.000 Grundwehrdiener beim Bundesheer ein. Tausende von ihnen werden als Wachsoldaten, Fahrer, Mechaniker, Köche und Ordonnanzen eingesetzt. Viele Rekruten werden auch für Verwaltungstätigkeiten herangezogen Alle diese Tätigkeiten wurden in der Wehrpflicht-Debatte "fälschlicherweise" in einen Topf geworfen und als "Systemerhalter" bezeichnet, dabei handelt es sich zu einem guten Teil um militärische Aufgaben, erklärte Entacher.