Erstellt am 31. Mai 2012, 10:58

Erleichterte Zuwanderung für 25 Berufe. Für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten aus 25 Berufen, in denen in Österreich ein Mangel besteht, gibt es eine erleichterte Zuwanderung. Geregelt wird dies mit der Fachkräfteverordnung, die Sozialminister Hundstorfer am Donnerstag in Begutachtung geschickt hat.

Damit werden jene Mangelberufe definiert, auf die sich die Sozialpartner nach intensiven Verhandlungen geeinigt haben. Die Fixierung der Mangelberufsliste war der letzte offene Punkt der Rot-Weiß-Rot-Karte, die im Juli 2011 in Kraft getreten ist und die Zuwanderung von qualifizierten Nicht-EU-Bürgern regelt. Demnach soll es für 25 Berufe, in denen in Österreich akuter Fachkräftemangel herrscht, ein vereinfachtes Zuwanderungsverfahren geben: Beispielsweise muss das AMS kein individuelles Ersatzkraftverfahren durchführen. Der Arbeitgeber muss den Kollektivvertrag und eine allfällige betriebsübliche Überzahlung gewährleisten. Als Mangelberufe gelten etwa Techniker für Maschinenbau und Starkstrom, Spengler, Schlosser, Zimmerer, Fräser, Dreher oder Elektroinstallateure.

Die vom Sozialministerium im Einvernehmen mit dem Wirtschaftsministerium erstellte Verordnung gilt nur für das heurige Jahr und nur für Anträge, die bis zum 5. November 2012 gestellt werden. Die Rot-Weiß-Rot-Karte ist seit knapp einem Jahr das Zuwanderungsinstrument für ausländische Arbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Raum und hat mit 1. Juli 2011 das bisherige Quoten-Regime abgelöst. Seither gibt es keine genauen Zahlen mehr, wie viele Personen im darauffolgenden Jahr nach Österreich kommen dürfen. Stattdessen wird der Zugang zum Arbeitsmarkt mittels eines vorgegebenen Kriterienkatalogs geregelt.

Für mitreisende bzw. nachkommende Familienangehörige gilt mit Ausnahmen die Verpflichtung, vor dem Zuzug Basisdeutschkenntnisse zu erwerben, für die Rot-Weiß-Rot-Karten-Besitzer nicht. Die Rot-Weiß-Rot-Karte wird für ein Jahr ausgestellt. In weiterer Folge kann je nach Vorliegen der besonderen Voraussetzungen auf eine "Rot-Weiß-Rot-Karte plus" oder eine "Niederlassungsbewilligung" umgestiegen werden.